9 Networking für Introvertierte – wie man auch als schüchterner Mensch erfolgreich Kontakte knüpft und nutzt

Shownotes

In dieser Episode von PlanGenial.de diskutieren wir das herausfordernde Thema Networking und wie es besonders introvertierten Menschen gelingt, erfolgreich Kontakte zu knüpfen. Ich, Lia, freue mich, gemeinsam mit meinem Freund und Bewerbungsexperten Maik, die Hörerinnen und Hörer durch dieses spannende Thema zu leiten. Wir teilen Geschichten, persönliche Erfahrungen und geben praktische Tipps, um das Networking für alle zugänglicher zu machen.

Networking ist vital für die Karriere, insbesondere in der heutigen Arbeitswelt, in der viele Stellen nicht öffentlich ausgeschrieben werden. Mike erklärt, dass bis zu 70 Prozent aller Jobs über persönliche Verbindungen besetzt werden, wodurch ein gutes Netzwerk von unschätzbarem Wert ist. Wir gehen auf die Gründe ein, warum Networking vielen Menschen schwerfällt, insbesondere Introvertierten, und beleuchten die Ängste und Unsicherheiten, die damit einhergehen. Maik teilt seine eigene Reise als ehemals schüchterner Mensch und zeigt auf, dass mit der richtigen Strategie und Vorbereitung Networking auch für introvertierte Personen funktionieren kann.

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In dieser Folge erfährst du

  • Warum Networking für deine Karriere entscheidend ist – auch und gerade als introvertierter Mensch
  • Welche besonderen Stärken Introvertierte beim Netzwerken mitbringen
  • Fünf bewährte Strategien für authentisches Networking ohne Energieverlust
  • Konkrete Gesprächseinstiege und -techniken für verschiedene Networking-Situationen
  • Wie du digitale Plattformen optimal für dein berufliches Netzwerk nutzt

Lia und Maik beim engagierten Brainstorming am Laptop
Lia und Maik beim engagierten Brainstorming am Laptop – plangenial.de

Wir besprechen die Stärken, die Introvertierte beim Networking einbringen können. Mike hebt hervor, dass sie oft großartige Zuhörer sind und tiefgründige Gespräche bevorzugen, was zu bedeutungsvolleren Beziehungen führt. Anstatt sich dem gängigen Bild des extrovertierten Netzwerkmens anzupassen, ermutigen wir unsere Zuhörer, ihren individuellen Stil zu finden und ihre einzigartigen Fähigkeiten zu nutzen.

Kapitel der Folge

  • 00:07 – Willkommen zum Networking
  • 00:45 – Die Bedeutung von Networking
  • 02:26 – Herausforderungen für Introvertierte
  • 06:01 – Stärken der Introvertierten
  • 07:32 – Strategien für erfolgreiches Networking
  • 09:44 – Tipps für Networking-Events
  • 11:24 – Gesprächseinstiege für Schüchterne
  • 12:47 – Gesprächsführung und -abschluss
  • 15:21 – Nachbereitung von Kontakten
  • 17:07 – Networking in verschiedenen Branchen
  • 18:51 – Tipps für Arbeitsuchende
  • 20:27 – Coaching und Networking
  • 22:05 – Zusammenfassung und Ausblick


Lia und Maik gehen gemeinsam Bewerbungsunterlagen durch und nicken zustimmend – mehr von Lia & Maik auf plangenial.de

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Schlusswort von Maik Marx

Als Bewerbungsexperte und Karriere-Coach begleite ich seit vielen Jahren Menschen auf ihrem Weg in den Job – vom ersten Lebenslauf-Check bis zum unterschriebenen Arbeitsvertrag. Und wenn ich eines gelernt habe, dann das: Bewerbung und Karriere sind kein Glücksspiel, sondern eine Frage der richtigen Strategie. Genau dafür machen Lia und ich diesen Podcast – Woche für Woche, mit ehrlichen Einblicken, konkreten Beispielen und Tipps, die du sofort umsetzen kannst.

Übrigens: Viele meiner Klientinnen und Klienten starten mit einem AVGS-Gutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Damit ist dein komplettes Einzelcoaching bei plangenial zu 100 % gefördert – für dich kostenfrei. Hier findest du unser offizielles Coaching-Angebot bei der Arbeitsagentur.

Wenn dich das Thema Networking für Introvertierte gerade persönlich beschäftigt, melde dich gern bei mir – dein Weg beginnt mit einem Gespräch. Ich freue mich auf dich!

Unterschrift Maik Marx
Maik Marx · Bewerbungsexperte & Inhaber von plangenial – Plan Genial Unternehmensberatung, Berlin

plangenial auf Social Media

Transkript anzeigen

Lia: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von PlanGenial.de, der Bewerbungs- und Karriere-Podcast. Ich bin Lia, eure Moderatorin, und freue mich riesig, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Und natürlich ist auch heute mein wunderbarer Freund und Bewerbungsexperte Maik wieder bei uns im Studio.

Maik Marx: Hallo zusammen! Schön, wieder hier zu sein, Lia.

Lia: Viele Hörerinnen und Hörer haben uns geschrieben, dass sie endlich den Mut gefunden haben, ihre Passion zu verfolgen.

Maik Marx: Das freut mich wirklich sehr zu hören. Weißt du, Lia, genau dafür machen wir diesen Podcast, um Menschen zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Lia: Absolut. Und heute sprechen wir über ein Thema, das vielen Menschen Bauchschmerzen bereitet, besonders wenn sie eher introvertiert sind. Networking Wie man auch als schüchterner Mensch erfolgreich Kontakte knüpft und nutzt. Du hast ja erwähnt, dass du selbst früher sehr introvertiert warst.

Maik Marx: Oh ja, definitiv. Viele können sich das heute kaum vorstellen. Aber ich war tatsächlich extrem schüchtern und habe Networking-Events regelrecht gefürchtet. Der Gedanke, einen Raum voller fremder Menschen zu betreten und Smalltalk zu führen, hat mir buchstäblich schlaflose Nächte bereitet.

Lia: Das kann ich mir bei dir wirklich kaum vorstellen. Du wirkst immer so selbstsicher und kommunikativ.

Maik Marx: Das ist das Ergebnis jahrelanger bewusster Arbeit an mir selbst. Ich habe gelernt, dass Networking auch für Introvertierte funktionieren kann. Man muss nur die richtigen Strategien kennen und seinen eigenen Stil entwickeln.

Lia: Und genau darum geht es heute. Denn viele unserer Hörerinnen und Hörer wissen, wie wichtig Netzwerken für die Karriere ist, fühlen sich aber unwohl dabei oder wissen nicht, wie sie es angehen sollen.

Maik Marx: Absolut. Besonders für Menschen, die vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur betreut werden und wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen möchten, kann ein gutes Netzwerk den entscheidenden Unterschied machen. Aber auch für alle anderen ist es ein unschätzbarer Karrierebooster.

Lia: Lass uns direkt einsteigen. Warum ist Networking eigentlich so wichtig für die Karriere?

Maik Marx: Das ist eine sehr gute Frage. Networking ist aus mehreren Gründen entscheidend für den beruflichen Erfolg. Erstens, Zugang zum verdeckten Arbeitsmarkt. Studien zeigen, dass bis zu 70 Prozent aller Stellen nie öffentlich ausgeschrieben werden, sondern über persönliche Kontakte besetzt werden.

Lia: Das ist eine beeindruckende Zahl. Mehr als zwei Drittel aller Jobs werden also gar nicht öffentlich bekannt gegeben?

Maik Marx: Genau. Zweitens, Informationsvorsprung. Durch ein gutes Netzwerk erfährst du frühzeitig von Trends, Chancen und Veränderungen in deiner Branche. Oft lange bevor diese allgemein bekannt werden.

Lia: Das kann ein echter Wettbewerbsvorteil sein.

Maik Marx: Absolut. Drittens, Unterstützung und Mentoring. Ein gutes Netzwerk bietet dir Menschen, die dich beraten, unterstützen und dir bei beruflichen Herausforderungen helfen können.

Lia: Das klingt nach einer Art beruflicher Sicherheitsnetz.

Maik Marx: Genau so ist es. Viertens. Sichtbarkeit und Reputation. Je mehr Menschen dich und deine Arbeit kennen und schätzen, desto besser ist dein beruflicher Ruf und desto mehr Chancen ergeben sich.

Lia: Und fünftens?

Maik Marx: Fünftens. Persönliches Wachstum. Durch den Austausch mit verschiedenen Menschen lernst du ständig Neues, Erweiterst deinen Horizont und entwickelst dich weiter.

Lia: Das sind wirklich überzeugende Gründe. Aber warum fällt Networking vielen Menschen, besonders Introvertierten, so schwer?

Maik Marx: Dafür gibt es verschiedene Gründe. Introvertierte Menschen beziehen ihre Energie typischerweise aus der Ruhe und dem Alleinsein, während soziale Interaktionen, besonders mit Fremden, Energie kosten können. Das macht Networking-Events, bei denen man viele neue Menschen trifft, besonders anstrengend.

Lia: Das kann ich gut nachvollziehen. Was sind weitere Herausforderungen?

Maik Marx: Viele Introvertierte empfinden Smalltalk als oberflächlich oder unangenehm. Sie bevorzugen tiefgründige Gespräche über bedeutsame Themen, während Networking oft mit leichtem Geplapper beginnt.

Lia: Stimmt. Das höre ich oft von Freunden, die sich als introvertiert beschreiben.

Maik Marx: Ein weiterer Punkt ist die Angst vor Ablehnung oder negativer Beurteilung. Der Gedanke, auf fremde Menschen zuzugehen und möglicherweise abgewiesen zu werden, kann sehr beängstigend sein.

Lia: Das ist sicher ein universelles Gefühl. Nicht nur bei Introvertierten.

Maik Marx: Absolut. Und dann ist da noch die Unsicherheit über die Regeln des Networkings. Viele Menschen wissen einfach nicht, wie sie ein Gespräch beginnen, aufrechterhalten oder beenden sollen, ohne dass es unangenehm wird.

Lia: Das kenne ich gut. Manchmal stehe ich da und denke, was sage ich jetzt bloß?

Maik Marx: Genau dieses Gefühl. Und schließlich gibt es noch das Selbstbild. Viele Introvertierte denken, dass sie schlecht im Networking sind oder sein müssen, weil sie nicht dem Extrovertieren ideal entsprechen, das oft in Karriere-Ratgebern propagiert wird.

Lia: Das ist ein wichtiger Punkt. Es gibt dieses Bild vom erfolgreichen Netzwerker als extrovertiertem, charismatischem Fehlredner.

Maik Marx: Und genau dieses Bild wollen wir heute korrigieren. Denn Introvertierte können ausgezeichnete Netzwerker sein. Sie müssen nur ihren eigenen Weg finden.

Lia: Das klingt ermutigend. Welche Stärken bringen Introvertierte denn mit, die ihnen beim Networking helfen können?

Maik Marx: Oder gibt es einige? Erstens. Introvertierte sind oft ausgezeichnete Zuhörer. Und gutes Zuhören ist eine der wertvollsten Fähigkeiten beim Networking. Es schafft Vertrauen und tiefere Verbindungen.

Lia: Das leuchtet ein. Zuhören statt immer selbst reden. Genau.

Maik Marx: Zweitens. Introvertierte bevorzugen oft tiefgründige Gespräche statt oberflächlichen Smalltalk. Das kann zu bedeutungsvolleren Verbindungen führen, die langfristig wertvoller sind.

Lia: Qualität statt Quantität sozusagen?

Maik Marx: Exakt. Drittens. Introvertierte sind oft sehr gut in der Vor- und Nachbereitung. Sie recherchieren gründlich vor Events und folgen konsequent nach. Beides entscheidende Aspekte erfolgreichen Networkings.

Lia: Das klingt nach einer Superkraft.

Maik Marx: Ist es auch. Viertens. Introvertierte sind oft sehr authentisch und aufrichtig in ihren Interaktionen. Sie bauen keine oberflächliche Networking-Persona auf, was zu ehrlicheren und nachhaltigeren Beziehungen führt.

Lia: Und fünftens?

Maik Marx: Fünftens. Introvertierte sind oft sehr gut in der schriftlichen Kommunikation, was in Zeiten von E-Mail, LinkedIn und anderen digitalen Plattformen ein enormer Vorteil sein kann.

Lia: Das sind wirklich beeindruckende Stärken. Aber wie können Introvertierte nun konkret vorgehen, um erfolgreich zu netzwerken, ohne sich zu verbiegen?

Maik Marx: Dafür habe ich eine Reihe von Strategien entwickelt, die ich Networking für Introvertierte nenne. Die erste und wichtigste Strategie ist, setze auf Qualität statt Quantität. Es geht nicht darum, mit möglichst vielen Menschen zu sprechen oder möglichst viele Visitenkarten zu sammeln, sondern darum, wenige, aber bedeutungsvolle Verbindungen zu knüpfen. Ein tiefgründiges Gespräch mit einer Person, die wirklich zu deinen Interessen und Zielen passt, ist wertvoller als 20 oberflächliche Begegnungen.

Lia: Das klingt nach einer Erleichterung für alle, die sich bei dem Gedanken unwohl fühlen, einen ganzen Raum abarbeiten zu müssen.

Maik Marx: Absolut. Die zweite Strategie ist, bereite dich gründlich vor. Recherchiere vor einem Networking-Event, wer teilnehmen wird, welche Themen relevant sein könnten und überlege dir einige Gesprächseinstiege oder Fragen.

Lia: Also eine Art Drehbuch für das Networking?

Maik Marx: Nicht unbedingt ein starres Drehbuch, aber ein paar Leitplanken, die dir Sicherheit geben. Die dritte Strategie ist, nutze deine Stärke als Zuhörer. Stelle offene Fragen, höre aufmerksam zu und zeige echtes Interesse an deinem Gesprächspartner.

Lia: Das nimmt auch den Druck, ständig selbst reden zu müssen.

Maik Marx: Genau. Die vierte Strategie ist, plane Erholungspausen ein. Wenn du weißt, dass Networking dich Energie kostet, sorge für Auszeiten. Sei es eine kurze Pause auf der Toilette, ein Spaziergang um den Block oder ein früheres Verlassen der Veranstaltung.

Lia: Selbstfürsorge ist wichtig.

Maik Marx: Unbedingt. Und die fünfte Strategie ist, nutze digitales Networking. Plattformen wie LinkedIn, Xing oder branchenspezifische Online-Communities erlauben es dir, in deinem eigenen Tempo und mit mehr Kontrolle über die Interaktion zu netzwerken.

Lia: Das klingt nach einem sehr durchdachten Ansatz. Hast du noch weitere Tipps speziell für Networking-Events, die ja viele Introvertierte als besonders herausfordernd empfinden?

Maik Marx: Ja, definitiv. Erstens, komme früh zu Veranstaltungen. Wenn der Raum noch relativ leer ist, ist es leichter, Gespräche zu beginnen, als wenn sich bereits Gruppen gebildet haben.

Lia: Das ist ein cleverer Tipp.

Maik Marx: 2. Übernimm eine Aufgabe oder Rolle. Wenn du beispielsweise als Helfer, Fotograf oder in einer anderen Funktion an einem Event teilnimmst, gibt dir das einen natürlichen Grund, mit Menschen in Kontakt zu treten.

Lia: Das nimmt definitiv den Druck raus.

Maik Marx: 3. Setze Dir realistische Ziele. Statt Dir vorzunehmen, mit möglichst vielen Menschen zu sprechen, könnte Dein Ziel sein, drei interessante Gespräche zu führen oder eine neue Kontaktperson in Deinem Zielunternehmen kennenzulernen.

Lia: Kleine erreichbare Ziele statt überwältigender Vorsätze.

Maik Marx: Genau. Viertens. Suche nach anderen Einzelgängern. Oft stehen bei Events mehrere Menschen allein am Rand. Diese anzusprechen ist oft leichter, als sich in eine bestehende Gruppe einzuklinken.

Lia: Und sie sind vermutlich dankbar für die Ansprache.

Maik Marx: Meistens ja. Und fünftens. Plane deine Exit-Strategie. Zu wissen, wie und wann du ein Gespräch höflich beenden kannst, gibt dir mehr Sicherheit, eines zu beginnen.

Lia: Das sind wirklich praktische Tipps. Aber wie beginnt man überhaupt ein Gespräch, wenn man schüchtern ist?

Maik Marx: Das ist eine Kernfrage. Ich empfehle einige bewährte Gesprächseinstiege, die authentisch und nicht zu aufdringlich wirken. Erstens. Stelle eine offene Frage zum Event. Zum Beispiel. Was hat dich zu dieser Veranstaltung geführt? Oder welcher Vortrag hat dir bisher am besten gefallen?

Lia: Das sind Fragen, die jeder beantworten kann.

Maik Marx: Genau. Zweitens. Gib ein ehrliches Kompliment. Etwa, ich fand deinen Beitrag in der Diskussion sehr interessant. Oder, deine Frage an den Referenten war wirklich gut.

Lia: Das schmeichelt und öffnet Türen.

Maik Marx: Drittens, nutze den Kontext. Kommentiere das Buffet, den Veranstaltungsort oder ein aktuelles Branchenthema, das alle betrifft.

Lia: Also quasi den gemeinsamen Nenner finden.

Maik Marx: Genau. Viertens, sei ehrlich über deine Situation. Ein einfaches, ich bin neu in dieser Branche und versuche mehr darüber zu lernen, kann Wunder wirken und oft Unterstützung hervorrufen.

Lia: Das nimmt auch den Druck, als Experte auftreten zu müssen.

Maik Marx: Absolut. Und fünftens, bereite eine kurze interessante Selbstvorstellung vor, deinen Elevator Pitch. Nicht um damit zu prahlen, sondern um klar kommunizieren zu können, wer du bist und was dich interessiert.

Lia: Und wie hält man ein Gespräch am Laufen, wenn der Einstieg geschafft ist?

Maik Marx: Auch dafür gibt es bewährte Techniken. Erstens, stelle Folgefragen, die auf den Antworten deines Gesprächspartners aufbauen. Das zeigt, dass du wirklich zuhörst und interessiert bist.

Lia: Also aktives Zuhören?

Maik Marx: Genau. Zweitens, suche nach Gemeinsamkeiten. Sobald du etwas entdeckst, das ihr beide teilt, sei es ein Hobby, eine Erfahrung oder eine Meinung, vertiefen sich Gespräche oft ganz natürlich.

Lia: Das schafft sofort eine Verbindung.

Maik Marx: Drittens, teile relevante Erfahrungen oder Wissen ohne zu dominieren. Es geht um einen Austausch, nicht um einen Monolog.

Lia: Balance ist wichtig.

Maik Marx: Viertens, achte auf nonverbale Signale, sowohl deine eigenen als auch die deines Gesprächspartners. Offene Körperhaltung, Blickkontakt und Lächeln signalisieren Interesse und Offenheit.

Lia: Und fünftens?

Maik Marx: Fünftens, hab keine Angst vor kurzen Gesprächspausen. Sie sind natürlich und geben beiden Seiten Zeit zum Nachdenken. Nicht jede Sekunde muss mit Worten gefüllt sein.

Lia: Das nimmt definitiv Druck. Und wie beendet man ein Gespräch höflich, wenn man weitergehen möchte?

Maik Marx: Das ist eine wichtige Frage. Erstens, fasse das Gespräch positiv zusammen. Zum Beispiel, es war wirklich interessant, von deinen Erfahrungen in der Marketingbranche zu hören.

Lia: Das zeigt Wertschätzung.

Maik Marx: Genau. Zweitens, biete einen konkreten nächsten Schritt an, wenn du die Verbindung vertiefen möchtest. Etwa, ich würde gerne mehr über dein Projekt erfahren. Darf ich dir meine Visitenkarte geben?

Lia: Und wenn man die Verbindung nicht vertiefen möchte?

Maik Marx: Dann ist die dritte Strategie hilfreich. Verweise höflich auf andere Verpflichtungen. Zum Beispiel, ich sollte noch mit einigen anderen Leuten sprechen. Oder, ich muss leider gleich los, aber es war schön, dich kennenzulernen.

Lia: Ehrlich, aber freundlich.

Maik Marx: Viertens, stelle deinen Gesprächspartner jemand anderem vor, falls möglich. Das gibt dir einen natürlichen Ausstieg und hilft gleichzeitig beiden.

Lia: Und fünftens?

Maik Marx: Fünftens. Bedanke dich für das Gespräch und verabschiede dich klar. Ein einfaches Danke für den interessanten Austausch, ich wünsche dir noch einen schönen Abend, reicht völlig aus.

Lia: Das sind wirklich hilfreiche Tipps. Aber was ist mit der Nachbereitung? Viele knüpfen zwar Kontakte, lassen diese dann aber einschlafen.

Maik Marx: Die Nachbereitung ist tatsächlich entscheidend und oft der Punkt, an dem viele scheitern. Meine erste Empfehlung, mache dir noch am selben Tag Notizen zu den Menschen, die du getroffen hast. Namen, Gesprächsthemen, Vereinbarungen und persönliche Details.

Lia: Das hilft sicher gegen das, wie hieß die Person noch gleich, Syndrom.

Maik Marx: Absolut. Zweitens, sende innerhalb von 24, 48 Stunden eine persönliche Nachricht. Beziehe dich dabei auf euer Gespräch und bekräftige dein Interesse an weiterem Austausch.

Lia: Also nicht einfach eine Standardnachricht?

Maik Marx: Genau, es sollte wirklich persönlich sein. Drittens, verbinde dich auf relevanten Plattformen wie LinkedIn oder Xing, aber immer mit einer personalisierten Einladung.

Lia: Und dann?

Maik Marx: Viertens, halte deine Versprechen. Wenn du angeboten hast, einen Artikel zu senden, jemanden vorzustellen oder weitere Informationen zu teilen, tue es zeitnah.

Lia: Zuverlässigkeit schafft Vertrauen.

Maik Marx: Genau. Und fünftens, pflege die Beziehung langfristig. Teile relevante Artikel, gratuliere zu erfolgen, biete Unterstützung an, ohne zu aufdringlich zu sein. Networking ist keine einmalige Aktion, sondern ein kontinuierlicher Prozess.

Lia: Das klingt nach Arbeit, aber auch nach einer lohnenden Investition.

Maik Marx: Es ist definitiv eine Investition in deine berufliche Zukunft. Und das Schöne ist, mit der Zeit wird es leichter und natürlicher.

Lia: Gibt es eigentlich Unterschiede im Networking, je nach Branche oder Karrierestufe?

Maik Marx: Absolut. In kreativen Branchen wie Design oder Medien ist Networking oft informeller und persönlicher, während es in traditionelleren Bereichen wie Finanzen oder Recht formeller zugehen kann.

Lia: Und was ist mit der Karrierestufe?

Maik Marx: Als Berufseinsteiger geht es oft darum, von erfahreneren Kollegen zu lernen und Mentoren zu finden. In mittleren Karrierephasen wird der Peer-Austausch wichtiger und in Führungspositionen geht es verstärkt um strategische Allianzen und die Förderung von Nachwuchstalenten.

Lia: Und gibt es Unterschiede zwischen persönlichem und digitalem Networking?

Maik Marx: Definitiv. Digitales Networking bietet viele Vorteile für Introvertierte. Du kannst in deinem eigenen Tempo kommunizieren, hast Zeit, Antworten zu formulieren und kannst gezielt Kontakte knüpfen, ohne die Energie eines persönlichen Treffens aufbringen zu müssen.

Lia: Das klingt ideal für schüchterne Menschen.

Maik Marx: Es kann ein großartiger Einstieg sein. Allerdings hat persönliches Networking nach wie vor Vorteile. Die Verbindungen sind oft stärker, Vertrauen entsteht schneller und manche Nuancen der Kommunikation gehen digital verloren.

Lia: Also am besten beides kombinieren.

Maik Marx: Genau. Mein Rat ist, nutze digitales Networking, um Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, aber versuche, wichtige Beziehungen irgendwann auch persönlich zu vertiefen, sei es bei einem Kaffee, einem Mittagessen oder einer Konferenz.

Lia: Das klingt nach einem ausgewogenen Ansatz. Hast du noch spezielle Tipps für Menschen, die vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur betreut werden und wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen möchten?

Maik Marx: Ja, für diese Gruppe ist Networking besonders wertvoll. Erstens, nutze Alumni-Netzwerke deiner Ausbildungsstätten oder früheren Arbeitgeber. Diese Verbindungen sind oft leichter zu aktivieren als komplett neue Kontakte.

Lia: Eine gute Basis zum Starten.

Maik Marx: 2. Engagiere dich ehrenamtlich in deinem Fachgebiet. Das erweitert nicht nur dein Netzwerk, sondern hält auch deine Fähigkeiten frisch und füllt Lücken im Lebenslauf.

Lia: 2. Fliegen mit einer Klappe.

Maik Marx: Genau. 3. Nutze Weiterbildungen und Kurse nicht nur für den Wissenserwerb, sondern auch gezielt zum Netzwerken mit Gleichgesinnten und Dozenten.

Lia: Das macht Sinn. Da hat man ja schon ein gemeinsames Interesse. 4.

Maik Marx: Sei offen über deine Situation, aber fokussiere auf deine Stärken und Ziele, nicht auf Probleme oder Lücken. Formuliere klar, wie du zum Erfolg anderer beitragen kannst.

Lia: Also eine positive, lösungsorientierte Haltung.

Maik Marx: Genau. Und fünftens, nutze die Unterstützungsangebote der Arbeitsagentur oder des Jobcenters für Networking. Viele bieten Jobmessen, Netzwerkveranstaltungen oder sogar spezielle Coachingprogramme mit AVGS-Gutscheinen an.

Lia: Apropos AVGS. Wie kann ein Coaching mit AVGS-Gutschein beim Networking helfen?

Maik Marx: Ein Coaching kann enorm hilfreich sein. Es bietet individuelle Unterstützung bei der Entwicklung einer persönlichen Networking-Strategie, Hilfe bei der Überwindung von Ängsten und Blockaden, Feedback zu deiner Selbstpräsentation und konkrete Übungen für verschiedene Networking-Situationen.

Lia: Das klingt nach einer wertvollen Unterstützung. Besonders für Menschen, die sich beim Networking unsicher fühlen.

Maik Marx: Absolut! Und das Beste ist, mit einem AVGS-Gutschein ist diese professionelle Unterstützung für Arbeitsuchende kostenlos zugänglich.

Lia: Ich glaube, wir haben jetzt viele wichtige Aspekte des Networkings für Introvertierte besprochen. Gibt es noch etwas, das du unseren Hörerinnen und Hörern mit auf den Weg geben möchtest?

Maik Marx: Ja, einen wichtigen Punkt. Networking muss nicht bedeuten, dass du dich verbiegen oder eine Rolle spielen musst. Im Gegenteil. Authentizität ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Netzwerken.

Lia: Das ist ermutigend zu hören.

Maik Marx: Finde deinen eigenen Stil und nutze deine Stärken als introvertierter Mensch. Sei es gutes Zuhören, Empathie, Tiefgründigkeit oder schriftliche Kommunikation. Networking ist kein Wettbewerb, bei dem der Lauteste gewinnt.

Lia: Und vergiss nicht, dass Networking keine Einbahnstraße ist, sondern vom Geben und Nehmen lebt.

Maik Marx: Genau, frage dich immer, wie kann ich anderen helfen, statt nur, was kann ich bekommen. Diese Haltung macht Networking nicht nur erfolgreicher, sondern auch angenehmer und erfüllender.

Lia: Das ist ein schöner Gedanke. Fassen wir nochmal zusammen.

Maik Marx: Gerne. Um auch als introvertierter Mensch erfolgreich zu netzwerken. Nutze deine Stärken wie gutes Zuhören und Tiefgründigkeit, statt zu versuchen, extrovertiertes Verhalten zu imitieren.

Lia: Setze auf Qualität statt Quantität. Wenige bedeutungsvolle Verbindungen sind wertvoller als viele oberflächliche Kontakte.

Maik Marx: Bereite dich gründlich vor, plane Erholungspausen ein und entwickle Strategien für den Gesprächseinstieg, Verlauf und Ausstieg.

Lia: Kombiniere persönliches und digitales Networking, je nach deinen Bedürfnissen und Stärken.

Maik Marx: Und vor allem, bleib authentisch und fokussiere darauf, wie du anderen helfen kannst, nicht nur, was du bekommen möchtest.

Lia: Das war wieder eine super informative Folge. Danke, Maik, für deine Expertise und dass du heute wieder bei uns zu Gast warst. Es ist immer eine Freude, mit dir zu plaudern.

Maik Marx: Danke dir, Lia. Die Freude ist ganz meinerseits. Unsere Gespräche machen mir immer großen Spaß und ich hoffe, wir können damit vielen Menschen helfen.

Lia: In der nächsten Folge sprechen wir über ein Thema, das viele beschäftigt. Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz. Wie man schwierige Situationen professionell meistert. Maik wird natürlich wieder als Experte dabei sein.

Maik Marx: Ich freue mich schon darauf. Das ist ein Thema, das früher oder später fast jeden betrifft und bei dem die richtigen Strategien einen enormen Unterschied machen können.

Lia: Das wird bestimmt spannend. Bis dahin wünschen wir euch viel Erfolg beim Netzwerken. Auch und gerade, wenn ihr introvertiert seid.

Maik Marx: Genau. Eure Introvertiertheit ist keine Schwäche, sondern kann eure größte Stärke beim Networking sein.

Lia: Tschüss und bis zum nächsten Mal bei plangenial.de, der Bewerbungs- und Karriere-Podcast.

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