40 Sinn und Erfüllung im Beruf – Wie du einen Job findest, der glücklich macht

Shownotes

Finde deinen Sinn! In dieser inspirierenden 40. Jubiläumsfolge von "Plan Genial.de" sprechen Lia und Maik Marx über Sinn und Erfüllung im Beruf. Erfahre, warum Sinn so wichtig ist, was ihn ausmacht und wie du einen Job findest, der nicht nur Geld bringt, sondern auch glücklich macht. Lerne die Konzepte Job Crafting und Ikigai kennen und entdecke, wie du deine Berufung findest.

Verstehe Sinn im Beruf: Wir verbringen über 80.000 Stunden unseres Lebens mit Arbeit. Menschen mit Sinn im Beruf sind zufriedener, gesünder, produktiver. Maik erklärt, was Sinn bedeutet (Bedeutsamkeit, Werte, Selbstverwirklichung, Beitrag, Authentizität), den Unterschied zwischen Job, Karriere und Berufung, was Flow ist und wie man herausfindet, was einem Sinn gibt (Werte, Stärken, Interessen, Vision, Vorbilder, Experimentieren). Auch: Job Crafting – wie du deinen aktuellen Job sinnvoller gestaltest.

📝 Lust auf mehr? Zu dieser Folge gibt es einen ausführlichen Blogbeitrag mit allen Strategien, Beispielen und Checklisten zum Nachlesen.

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In dieser Folge erfährst du

  • Warum Sinn im Beruf nicht Luxus ist, sondern deine Lebensqualität und Gesundheit maßgeblich beeinflusst.
  • Was den Unterschied zwischen Job, Karriere und Berufung ausmacht und welche Orientierung am glücklichsten macht.
  • Wie du durch Werteklarheit, Stärkenanalyse und Flow-Momente herausfindest, was dir wirklich Erfüllung gibt.
  • Welche Branchen und Berufe als besonders sinnstiftend gelten und wie du passende Karrierewege recherchierst.
  • Warum Gehalt und Sinn sich nicht ausschließen müssen und wie du beides in Einklang bringst.
  • Wie du mit Jobcrafting deinen aktuellen Job sinnvoller gestaltest, ohne gleich die Stelle wechseln zu müssen.

Maik zeigt Lia etwas am Monitor, konzentriertes Mentoring
Maik zeigt Lia etwas am Monitor, konzentriertes Mentoring – plangenial.de

Erhalte praktische Strategien: Wie du einen Job mit Sinn findest (Selbstkenntnis, recherchieren, Informationsgespräche, ausprobieren, Kompromisse), Job Crafting anwendest (Task, Relational, Cognitive), welche Branchen als sinnstiftend gelten, wie Gehalt und Sinn zusammenhängen (Maslow, 60-75k Schwelle), was du tust, wenn dein Job keinen Sinn ergibt, wie du strategisch einen Berufswechsel angehst. Lerne Purpose bei Unternehmen zu erkennen, den Unterschied zwischen Sinn und Zufriedenheit, die Rolle von Autonomie, Passion vs. Pragmatismus, das Ikigai-Konzept, Work-Life-Balance und den Unterschied zwischen Beruf und Berufung.

Kapitel der Folge

  • 00:06 – Willkommen zur Sinnsuche
  • 00:51 – Sinn und Erfüllung im Beruf
  • 02:40 – Job, Karriere oder Berufung?
  • 03:42 – Wege zum Sinn entdecken
  • 05:21 – Flow und seine Bedeutung
  • 06:13 – Sinn in jedem Job finden
  • 07:03 – Was ist Jobcrafting?
  • 07:54 – Sinnstiftende Berufe und Branchen
  • 08:43 – Gehalt versus Sinn
  • 09:29 – Wenn der Job keinen Sinn ergibt
  • 10:19 – Strategischer Berufswechsel
  • 11:19 – Purpose in Unternehmen
  • 12:55 – Sinn versus Zufriedenheit
  • 13:34 – Die Rolle der Autonomie
  • 14:25 – Passion oder Pragmatismus?
  • 15:15 – Ikigai und Lebenssinn
  • 16:06 – Work-Life-Balance und Sinn
  • 16:48 – Beruf und Berufung
  • 17:31 – Tipps für mehr Sinn im Beruf
  • 18:10 – Abschluss und Ausblick


Lia hält stolz eine Urkunde, Maik klatscht – mehr von Lia & Maik auf plangenial.de

Hilfreiche Links

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Schlusswort von Maik Marx

Als Bewerbungsexperte und Karriere-Coach begleite ich seit vielen Jahren Menschen auf ihrem Weg in den Job – vom ersten Lebenslauf-Check bis zum unterschriebenen Arbeitsvertrag. Und wenn ich eines gelernt habe, dann das: Bewerbung und Karriere sind kein Glücksspiel, sondern eine Frage der richtigen Strategie. Genau dafür machen Lia und ich diesen Podcast – Woche für Woche, mit ehrlichen Einblicken, konkreten Beispielen und Tipps, die du sofort umsetzen kannst.

Übrigens: Viele meiner Klientinnen und Klienten starten mit einem AVGS-Gutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Damit ist dein komplettes Einzelcoaching bei plangenial zu 100 % gefördert – für dich kostenfrei. Hier findest du unser offizielles Coaching-Angebot bei der Arbeitsagentur.

Wenn dich das Thema Sinn und Erfüllung im Beruf gerade persönlich beschäftigt, melde dich gern bei mir – dein Weg beginnt mit einem Gespräch. Ich freue mich auf dich!

Unterschrift Maik Marx
Maik Marx · Bewerbungsexperte & Inhaber von plangenial – Plan Genial Unternehmensberatung, Berlin

plangenial auf Social Media

Transkript anzeigen

Lia: Hallo und herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Folge – unserer 40. Episode! Ich bin Lia, und es ist mir eine riesige Freude, dass ihr uns auf diesem Weg begleitet. Mit mir im Studio ist heute wieder der sinnstiftende Maik Marx. Maik, du bist wie ein Kompass – du hilfst Menschen, ihre wahre Richtung zu finden!

Maik Marx: Hallo Lia, danke für dieses schöne Bild! Tatsächlich ist es eine meiner größten Freuden, Menschen dabei zu helfen, nicht nur einen Job, sondern eine Berufung zu finden.

Lia: Perfekt! Und genau darum geht es heute. In unserer letzten Folge haben wir über Verhandlungsgeschick gesprochen. Heute widmen wir uns einem Thema, das viele Menschen umtreibt: Sinn und Erfüllung im Beruf. Wie findet man einen Job, der nicht nur Geld bringt, sondern auch glücklich macht? Maik, warum ist dieses Thema so wichtig?

Maik Marx: Weil wir einen großen Teil unseres Lebens mit Arbeit verbringen. Im Durchschnitt 40 Stunden pro Woche, 40 Jahre lang – das sind über 80.000 Stunden. Wenn diese Zeit nur Pflicht ist, nur Mittel zum Zweck, ist das eine verpasste Chance. Studien zeigen: Menschen, die Sinn in ihrer Arbeit finden, sind zufriedener, gesünder, produktiver, engagierter. Sie haben weniger Burnout, weniger Depressionen, bessere Beziehungen. Sinn im Beruf ist nicht Luxus, sondern Lebensqualität.

Lia: Was genau bedeutet Sinn im Beruf?

Maik Marx: Das ist subjektiv, aber es gibt gemeinsame Elemente. Erstens, Bedeutsamkeit. Das Gefühl, dass meine Arbeit wichtig ist, einen Unterschied macht. Zweitens, Übereinstimmung mit Werten. Meine Arbeit passt zu dem, was mir wichtig ist. Drittens, Selbstverwirklichung. Ich kann meine Talente nutzen, mich entwickeln. Viertens, Beitrag. Ich helfe anderen, verbessere etwas, hinterlasse Spuren. Fünftens, Authentizität. Ich kann ich selbst sein. Nicht jeder braucht alle Elemente, aber mindestens einige sollten da sein.

Lia: Ist Sinn im Beruf für jeden wichtig?

Maik Marx: Unterschiedlich wichtig. Manche Menschen finden ihren Sinn hauptsächlich im Beruf, andere mehr in Familie, Hobbys, Ehrenamt. Das ist okay. Aber: Auch wer seinen Hauptsinn woanders findet, profitiert davon, wenn die Arbeit nicht sinnlos oder gegen die eigenen Werte ist. Es gibt ein Spektrum: Von „Job" über „Karriere" zu „Berufung". Job: Ich arbeite für Geld. Karriere: Ich arbeite für Aufstieg und Status. Berufung: Ich arbeite, weil es mich erfüllt. Ideal ist, Elemente von allen zu haben.

Lia: Was ist der Unterschied zwischen Job, Karriere und Berufung?

Maik Marx: Das sind drei Orientierungen. Job-Orientierung: Arbeit ist Mittel zum Zweck. Ich arbeite, um Rechnungen zu zahlen, Freizeit zu finanzieren. Die Arbeit selbst ist nicht wichtig. Karriere-Orientierung: Arbeit ist Weg zum Aufstieg. Ich arbeite, um voranzukommen, Anerkennung zu bekommen, Status zu erreichen. Berufungs-Orientierung: Arbeit ist Selbstzweck. Ich arbeite, weil die Arbeit selbst erfüllend ist, weil ich einen Beitrag leiste. Studien zeigen: Menschen mit Berufungs-Orientierung sind am zufriedensten. Aber: Man kann auch in einem „einfachen" Job Berufung finden, wenn man den Sinn sieht.

Lia: Wie findet man heraus, was einem Sinn gibt?

Maik Marx: Durch Selbstreflexion. Erstens, Werte klären. Was ist mir wirklich wichtig? Familie, Kreativität, Gerechtigkeit, Sicherheit, Freiheit, Gesundheit, Lernen? Es gibt Werte-Listen, die helfen. Wähle deine Top 5. Zweitens, Stärken erkennen. Was kann ich gut? Was fällt mir leicht? Wo bin ich im Flow? Drittens, Interessen erkunden. Was fasziniert mich? Worüber lese ich gerne? Viertens, Lebensvision entwickeln. Wie will ich in 10 Jahren leben? Was will ich erreicht haben? Fünftens, Vorbilder anschauen. Wen bewundere ich? Warum? Sechstens, experimentieren. Verschiedenes ausprobieren, reflektieren.

Lia: Was ist der Flow-Zustand?

Maik Marx: Das ist ein Konzept des Psychologen Mihály Csíkszentmihályi. Flow ist der Zustand, in dem du völlig in einer Tätigkeit aufgehst. Zeit vergeht wie im Flug, du bist konzentriert, es fühlt sich mühelos an, du bist weder über- noch unterfordert. Flow entsteht, wenn deine Fähigkeiten zur Herausforderung passen. Zu leicht: Langeweile. Zu schwer: Angst. Genau richtig: Flow. Menschen berichten, dass Flow-Momente zu den glücklichsten ihres Lebens gehören. Wenn du herausfindest, bei welchen Tätigkeiten du im Flow bist, hast du einen Hinweis auf deine Berufung.

Lia: Wie findet man einen Job mit Sinn?

Maik Marx: Schritt für Schritt. Erstens, Selbstkenntnis. Werte, Stärken, Interessen klären, wie besprochen. Zweitens, Branchen und Berufe recherchieren. Welche passen zu mir? Drittens, Informationsgespräche führen. Menschen in diesen Berufen fragen: Wie ist es wirklich? Viertens, ausprobieren. Praktika, Nebenjobs, Ehrenamt, Projekte. Fünftens, Kompromisse eingehen. Der perfekte Job existiert selten. Aber: Welche Werte sind nicht verhandelbar? Sechstens, im aktuellen Job Sinn finden. Manchmal muss man nicht wechseln, sondern die Perspektive ändern. Siebtens, geduldig sein. Berufung zu finden ist ein Prozess, kein Event.

Lia: Kann man in jedem Job Sinn finden?

Maik Marx: Oft ja, aber nicht immer. Beispiel: Ein Krankenpfleger findet leicht Sinn – er hilft Menschen direkt. Aber auch ein Reinigungskraft kann Sinn finden: „Ich sorge dafür, dass Menschen in einer sauberen, gesunden Umgebung arbeiten." Es geht um die Perspektive. Job Crafting ist ein Konzept: Du gestaltest deinen Job so, dass er sinnvoller wird. Erstens, Aufgaben anpassen. Mehr von dem tun, was dir wichtig ist. Zweitens, Beziehungen gestalten. Mit wem arbeitest du zusammen? Drittens, Bedeutung neu rahmen. Wie trägt deine Arbeit zum Großen Ganzen bei? Aber: Wenn der Job fundamental gegen deine Werte ist, hilft auch Reframing nicht.

Lia: Was ist Job Crafting genau?

Maik Marx: Das ist ein Ansatz der Arbeitspsychologie. Die Idee: Du bist nicht passiver Empfänger deines Jobs, sondern aktiver Gestalter. Drei Dimensionen: Erstens, Task Crafting. Du veränderst, welche Aufgaben du machst. Beispiel: Eine Lehrerin integriert mehr kreative Projekte. Zweitens, Relational Crafting. Du veränderst, mit wem und wie du interagierst. Beispiel: Ein Verkäufer baut tiefere Beziehungen zu Stammkunden auf. Drittens, Cognitive Crafting. Du veränderst, wie du über deinen Job denkst. Beispiel: Ein Buchhalter sieht sich nicht als Zahlenknecht, sondern als Hüter der finanziellen Gesundheit. Job Crafting kann Sinn und Zufriedenheit deutlich steigern.

Lia: Welche Branchen und Berufe gelten als besonders sinnstiftend?

Maik Marx: Oft soziale und helfende Berufe. Erstens, Gesundheit. Ärzte, Pfleger, Therapeuten. Zweitens, Bildung. Lehrer, Erzieher, Trainer. Drittens, Soziales. Sozialarbeiter, Berater. Viertens, Umwelt. Naturschutz, erneuerbare Energien. Fünftens, Kultur. Künstler, Musiker, Autoren. Sechstens, Forschung. Wissenschaftler, die Wissen schaffen. Aber: Auch in anderen Branchen kann man Sinn finden. Ein Ingenieur, der sichere Brücken baut. Ein Programmierer, der nützliche Apps entwickelt. Ein Unternehmer, der Arbeitsplätze schafft. Es kommt auf die Perspektive und die konkreten Aufgaben an.

Lia: Ist Gehalt unwichtig, wenn man Sinn hat?

Maik Marx: Nein, beides ist wichtig. Es gibt eine Hierarchie der Bedürfnisse nach Maslow. Zuerst müssen Grundbedürfnisse erfüllt sein: Essen, Wohnen, Sicherheit. Dann kommen soziale Bedürfnisse, Anerkennung, Selbstverwirklichung. Studien zeigen: Bis zu einem gewissen Einkommen steigt Zufriedenheit stark. Danach flacht die Kurve ab. In Deutschland liegt dieser Punkt bei etwa 60.000 bis 75.000 Euro brutto pro Jahr. Darüber bringt mehr Geld kaum mehr Glück. Aber: Unter diesem Punkt ist Geld sehr wichtig. Man kann nicht nur von Sinn leben. Ideal ist: Genug Geld für ein gutes Leben plus Sinn in der Arbeit.

Lia: Was, wenn mein aktueller Job keinen Sinn ergibt?

Maik Marx: Verschiedene Optionen. Erstens, Job Crafting versuchen. Kann ich meinen Job so gestalten, dass er sinnvoller wird? Zweitens, Gespräch mit Vorgesetzten. Kann ich andere Aufgaben übernehmen? Drittens, Sinn außerhalb der Arbeit finden. Ehrenamt, Hobbys, Familie. Viertens, Weiterbildung. Kann ich mich in eine sinnvollere Richtung entwickeln? Fünftens, interner Wechsel. Andere Abteilung, anderes Projekt im selben Unternehmen. Sechstens, Jobwechsel. Neuer Job, der besser passt. Siebtens, Umschulung. Ganz neue Richtung. Wichtig: Nicht überstürzt kündigen, sondern strategisch vorgehen.

Lia: Wie geht man strategisch vor bei einem Berufswechsel?

Maik Marx: Geplant. Erstens, Klarheit schaffen. Was will ich wirklich? Zweitens, recherchieren. Welche Berufe passen? Drittens, Netzwerk aufbauen. Menschen in Zielberufen kennenlernen. Viertens, Qualifikationen aufbauen. Weiterbildung, Kurse, Zertifikate. Fünftens, parallel starten. Nebenbei ausprobieren, bevor man wechselt. Sechstens, finanzielle Sicherheit schaffen. Rücklagen bilden. Siebtens, Unterstützung holen. Familie, Freunde, Coach. Achtens, Zeitpunkt wählen. Nicht in der Krise, sondern aus Position der Stärke. Neuntens, Bewerbungsstrategie. Wie verkaufe ich den Wechsel? Zehntens, Geduld haben. Berufswechsel dauern oft 1-2 Jahre.

Lia: Welche Rolle spielt Purpose bei Unternehmen?

Maik Marx: Eine zunehmend wichtige. Purpose ist der Unternehmenszweck jenseits von Profit. Warum existieren wir? Welchen Beitrag leisten wir? Beispiele: Patagonia: „We're in business to save our home planet." Tesla: „To accelerate the world's transition to sustainable energy." Purpose-getriebene Unternehmen sind attraktiver für Mitarbeiter, besonders jüngere Generationen. Sie haben engagiertere Teams, niedrigere Fluktuation, bessere Reputation. Wenn du einen sinnvollen Job suchst, schau auf den Purpose des Unternehmens. Passt er zu deinen Werten?

Lia: Wie erkennt man, ob ein Unternehmen wirklich Purpose-getrieben ist?

Maik Marx: Durch kritisches Hinterfragen. Erstens, Purpose-Statement lesen. Klingt es authentisch oder wie Marketing? Zweitens, Taten anschauen. Handelt das Unternehmen danach? Drittens, Mitarbeiter fragen. Was sagen sie? Viertens, Bewertungen lesen. Kununu, Glassdoor. Fünftens, Nachhaltigkeitsberichte prüfen. Was tut das Unternehmen konkret? Sechstens, Führung beobachten. Leben die Chefs den Purpose? Siebtens, Kultur erleben. Im Vorstellungsgespräch, bei Firmenbesuchen. Achtens, kritische Fragen stellen. „Wie wird Purpose im Alltag gelebt?" Greenwashing ist verbreitet – nicht alles glauben, was auf der Website steht.

Lia: Was ist der Unterschied zwischen Sinn und Zufriedenheit?

Maik Marx: Verwandt, aber nicht identisch. Zufriedenheit ist ein Gefühl: Ich bin glücklich mit meiner Situation. Sinn ist eine Bewertung: Meine Arbeit ist bedeutsam. Man kann zufrieden sein ohne Sinn – zum Beispiel in einem entspannten, gut bezahlten Job, der aber nicht erfüllt. Man kann Sinn haben ohne Zufriedenheit – zum Beispiel in einem wichtigen, aber stressigen und schlecht bezahlten Job. Ideal ist beides: Sinn und Zufriedenheit. Langfristig ist Sinn oft wichtiger für tiefes Glück.

Lia: Welche Rolle spielt Autonomie für Sinn?

Maik Marx: Eine große. Autonomie bedeutet Selbstbestimmung: Ich kann entscheiden, wie ich arbeite. Studien zeigen: Autonomie ist einer der stärksten Faktoren für Arbeitszufriedenheit und Sinn. Warum? Erstens, ich fühle mich respektiert. Zweitens, ich kann meine Stärken nutzen. Drittens, ich übernehme Verantwortung. Viertens, ich bin kreativer. Fünftens, ich identifiziere mich mehr mit meiner Arbeit. Jobs mit hoher Autonomie: Selbstständigkeit, Forschung, kreative Berufe. Jobs mit niedriger Autonomie: Fließband, streng regulierte Tätigkeiten. Aber: Auch in strukturierten Jobs kann man Autonomie schaffen, durch Job Crafting.

Lia: Was ist wichtiger: Passion oder Pragmatismus?

Maik Marx: Beides. Die „Follow your passion"-Philosophie hat Grenzen. Nicht jede Passion ist ein guter Beruf. Nicht jeder kann von seiner Leidenschaft leben. Pragmatismus ist wichtig: Kann ich davon leben? Gibt es einen Markt? Habe ich die Fähigkeiten? Aber: Nur Pragmatismus ohne Passion führt zu Leere. Ideal ist: Passion und Pragmatismus verbinden. Das japanische Konzept Ikigai hilft: Der Schnittpunkt von vier Kreisen: Was du liebst, was du gut kannst, was die Welt braucht, wofür du bezahlt wirst. Dort liegt dein Ikigai, deine Lebensaufgabe.

Lia: Was ist Ikigai?

Maik Marx: Ein japanisches Konzept, das „Lebenssinn" oder „Daseinsberechtigung" bedeutet. Es wird oft als Venn-Diagramm dargestellt mit vier Kreisen: Erstens, was du liebst (Passion). Zweitens, was du gut kannst (Profession). Drittens, was die Welt braucht (Mission). Viertens, wofür du bezahlt wirst (Vocation). Wo sich alle vier überschneiden, liegt dein Ikigai. Nur Passion und Können: Erfüllend, aber kein Einkommen. Nur Können und Bezahlung: Komfortabel, aber leer. Nur Bedarf und Bezahlung: Nützlich, aber nicht erfüllend. Alle vier: Ikigai. Es ist ein Ideal, dem man sich annähern kann.

Lia: Wie wichtig ist Work-Life-Balance für Sinn?

Maik Marx: Sehr wichtig, aber anders als oft gedacht. Work-Life-Balance bedeutet nicht, dass Arbeit schlecht und Leben gut ist. Sondern: Arbeit und Leben sollten im Einklang sein. Wenn deine Arbeit sinnvoll ist, ist sie Teil deines Lebens, nicht Gegensatz dazu. Dann spricht man von Work-Life-Integration. Aber: Auch sinnvolle Arbeit braucht Grenzen. Burnout entsteht oft bei Menschen, die ihre Arbeit lieben, aber keine Pausen machen. Balance bedeutet: Zeit für Erholung, Beziehungen, Hobbys, Gesundheit. Nur dann ist langfristig Sinn möglich.

Lia: Was ist der Unterschied zwischen Beruf und Berufung?

Maik Marx: Beruf ist, was du tust. Berufung ist, wozu du berufen bist. Beruf kann man lernen, wählen, wechseln. Berufung ist tiefer, persönlicher, oft mit einem Gefühl von „Das ist es." Nicht jeder hat eine klare Berufung, und das ist okay. Aber viele Menschen spüren: Bestimmte Tätigkeiten fühlen sich richtig an, andere nicht. Berufung zu finden ist ein Prozess der Selbstentdeckung. Manchmal kommt sie früh, manchmal erst nach vielen Umwegen. Und: Berufung kann sich ändern. Was dich mit 25 erfüllt, ist vielleicht mit 45 anders.

Lia: Was ist dein wichtigster Tipp für Sinn im Beruf?

Maik Marx: Sei aktiv, nicht passiv. Sinn fällt nicht vom Himmel. Du musst ihn suchen, schaffen, gestalten. Fang an mit Selbstreflexion: Was ist mir wichtig? Dann: Experimentiere, probiere aus, hab keine Angst vor Umwegen. Und: Schau nicht nur auf den Job, sondern auch darauf, wie du ihn gestaltest. Selbst in einem „normalen" Job kannst du Sinn finden, wenn du die richtige Perspektive hast. Aber wenn ein Job fundamental falsch ist, hab den Mut zu wechseln. Leben ist zu kurz für sinnlose Arbeit.

Lia: Das ist ein wunderbarer Abschluss für unsere 40. Folge. Vielen Dank, Maik, für diese inspirierenden Gedanken über Sinn und Erfüllung.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Ich hoffe, wir konnten Menschen ermutigen, nach mehr als nur einem Gehalt zu suchen.

Lia: Das hoffe ich auch. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn ihr Unterstützung bei der Suche nach eurem beruflichen Sinn braucht, findet ihr auf unserer Website entsprechende Coaching-Angebote.

Maik Marx: In der nächsten Folge sprechen wir über ein praktisches Thema: Arbeitsrecht für Arbeitnehmer. Was sind eure Rechte? Was müsst ihr wissen? Seid also unbedingt wieder dabei!

Lia: Bis dahin, bleibt genial und findet euren Sinn!

Maik Marx: Dieser Podcast bietet Denkanstöße und allgemeine Orientierung, ersetzt jedoch keine professionelle Karriereberatung oder psychologische Begleitung. Die Suche nach Sinn ist ein individueller Prozess, der Zeit und Reflexion erfordert. Bei grundlegenden Lebensfragen empfehlen wir die Unterstützung durch qualifizierte Coaches oder Therapeuten. Weiterführende Informationen und rechtliche Details finden sich in unseren AGB und im Impressum auf der Website.

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