36 Gehaltsverhandlung für Frauen – Herausforderungen meistern und mehr verdienen

Shownotes

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! In dieser wichtigen Folge von "Plan Genial.de" sprechen Lia und Maik Marx über Gehaltsverhandlung für Frauen. Erfahre, welche besonderen Herausforderungen Frauen haben, wie du Selbstzweifel überwindest und den Backlash-Effekt managst. Lerne konkrete Strategien für erfolgreiche Verhandlungen und wie du deinen Wert kennst und kommunizierst.

Verstehe die Herausforderungen: Frauen verhandeln seltener und fordern weniger – nicht weil sie schlechter verhandeln, sondern wegen struktureller Faktoren. Maik erklärt die Hauptherausforderungen: Selbstzweifel und Imposter-Syndrom, Backlash-Effekt (negative Reaktionen auf selbstbewusstes Auftreten), fehlende Informationen über Gehälter, abschwächende Sprache, niedrigere Einstiegsgehälter. Auch das Entgelttransparenzgesetz und Gehaltsrecherche werden behandelt.

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In dieser Folge erfährst du

  • Warum Frauen bei Gehaltsverhandlungen mit spezifischen Herausforderungen wie dem Backlash-Effekt konfrontiert sind.
  • Wie du das Imposter-Syndrom erkennst und Selbstzweifel bei der Karriereplanung erfolgreich überwindest.
  • Welche Strategien dir helfen, den Backlash-Effekt zu umgehen und trotzdem selbstbewusst zu verhandeln.
  • Wie du mit Gehaltsportalen und dem Entgelttransparenzgesetz deinen Marktwert realistisch ermittelst.
  • Welche leistungsbezogenen Argumente in Gehaltsverhandlungen wirklich überzeugen und welche du vermeiden solltest.
  • Warum du deine Gehaltsforderung klar und ohne Konjunktive formulieren und eine konkrete Zahl nennen solltest.

Lia und Maik gehen mit Laptoptasche eine Stadtstraße entlang, unterwegs zum Termin
Lia und Maik gehen mit Laptoptasche eine Stadtstraße entlang, unterwegs zum Termin – plangenial.de

Erhalte praktische Strategien: Wie du Selbstzweifel überwindest (Erfolge dokumentieren, Feedback einholen, Reframing), deinen Marktwert recherchierst (Gehaltsportale, Netzwerk, Entgelttransparenzgesetz), dich optimal vorbereitest und überzeugende Argumente entwickelst. Lerne die richtige Formulierung (klar, direkt, keine Abschwächungen), Umgang mit Einwänden, Alternativen bei Ablehnung, Verhandlung beim Jobeinstieg und nach Elternzeit. Auch Netzwerke, Mentoren und was Unternehmen tun können werden besprochen.

Kapitel der Folge

  • 00:04 – Willkommen zu PlanGenial.de
  • 01:03 – Gehaltsverhandlung für Frauen
  • 02:37 – Imposter-Syndrom erklärt
  • 03:11 – Der Backlash-Effekt
  • 04:32 – Selbstzweifel überwinden
  • 05:18 – Wert herausfinden
  • 06:10 – Entgelttransparenzgesetz verstehen
  • 06:46 – Vorbereitung auf Gehaltsverhandlung
  • 07:38 – Überzeugende Argumente
  • 09:03 – Gehaltsforderung formulieren
  • 09:41 – Umgang mit Einwänden
  • 10:17 – Reaktion auf ein Nein
  • 10:59 – Bedeutung der Sprache
  • 11:39 – Gehalt mit Kollegen besprechen
  • 12:16 – Rolle von Netzwerken
  • 12:53 – Jobeinstieg verhandeln
  • 13:36 – Gehaltsverhandlungen nach Elternzeit
  • 14:17 – Faire Gehälter im Unternehmen
  • 15:03 – Wichtiger Tipp für Frauen
  • 15:41 – Abschluss und Ausblick


Lia und Maik beim Brainstorming am Laptop mit lebhaften Gesten – mehr von Lia & Maik auf plangenial.de

Hilfreiche Links

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Schlusswort von Maik Marx

Als Bewerbungsexperte und Karriere-Coach begleite ich seit vielen Jahren Menschen auf ihrem Weg in den Job – vom ersten Lebenslauf-Check bis zum unterschriebenen Arbeitsvertrag. Und wenn ich eines gelernt habe, dann das: Bewerbung und Karriere sind kein Glücksspiel, sondern eine Frage der richtigen Strategie. Genau dafür machen Lia und ich diesen Podcast – Woche für Woche, mit ehrlichen Einblicken, konkreten Beispielen und Tipps, die du sofort umsetzen kannst.

Übrigens: Viele meiner Klientinnen und Klienten starten mit einem AVGS-Gutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Damit ist dein komplettes Einzelcoaching bei plangenial zu 100 % gefördert – für dich kostenfrei. Hier findest du unser offizielles Coaching-Angebot bei der Arbeitsagentur.

Wenn dich das Thema Gehaltsverhandlung für Frauen gerade persönlich beschäftigt, melde dich gern bei mir – dein Weg beginnt mit einem Gespräch. Ich freue mich auf dich!

Unterschrift Maik Marx
Maik Marx · Bewerbungsexperte & Inhaber von plangenial – Plan Genial Unternehmensberatung, Berlin

plangenial auf Social Media

Transkript anzeigen

Lia: Einen wunderschönen guten Tag, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer! Willkommen zu einer neuen Folge von „Plan Genial.de", dem Podcast, der euch hilft, eure Karriereziele zu erreichen. Ich bin Lia, und ich freue mich riesig, dass ihr wieder dabei seid. Mit mir im Studio ist heute wieder der großartige Maik Marx. Maik, du bist ein wahrer Verbündeter – deine Fairness und dein Einsatz für Gleichberechtigung sind wirklich inspirierend!

Maik Marx: Hallo Lia, das freut mich sehr zu hören! Gleichberechtigung ist mir tatsächlich ein Herzensanliegen, und das heutige Thema liegt mir besonders am Herzen.

Lia: Perfekt! In unserer letzten Folge haben wir über Karriereplanung und Zielsetzung gesprochen. Heute widmen wir uns einem Thema, das für viele Frauen eine besondere Herausforderung darstellt: Gehaltsverhandlung für Frauen. Maik, warum ist das ein eigenes Thema? Ist Gehaltsverhandlung nicht für alle gleich?

Maik Marx: Theoretisch ja, praktisch nein. Studien zeigen: Frauen verhandeln seltener über ihr Gehalt als Männer, und wenn sie verhandeln, fordern sie oft weniger. Das liegt nicht daran, dass Frauen schlechter verhandeln können, sondern an strukturellen und gesellschaftlichen Faktoren. Frauen werden anders sozialisiert, erleben andere Reaktionen, haben andere Vorbilder. Deshalb braucht es spezifische Strategien und vor allem: Bewusstsein für diese Unterschiede.

Lia: Welche Herausforderungen haben Frauen konkret bei Gehaltsverhandlungen?

Maik Marx: Mehrere. Erstens, Selbstzweifel. Viele Frauen unterschätzen ihre Leistung, haben Imposter-Syndrom, trauen sich nicht, mehr zu fordern. Zweitens, Angst vor negativen Konsequenzen. Studien zeigen: Frauen, die verhandeln, werden oft als „schwierig" oder „unkooperativ" wahrgenommen, Männer als „durchsetzungsstark". Das nennt man den Backlash-Effekt. Drittens, fehlende Informationen. Frauen wissen oft nicht, was Kollegen verdienen, weil über Gehalt nicht gesprochen wird. Viertens, Sprache. Frauen nutzen häufiger abschwächende Formulierungen – „vielleicht", „eigentlich", „ich würde gerne". Fünftens, niedrigere Einstiegsgehälter. Wer beim Einstieg weniger verhandelt, holt das später schwer auf.

Lia: Was ist das Imposter-Syndrom?

Maik Marx: Das ist das Gefühl, nicht gut genug zu sein, trotz objektiver Erfolge. Man denkt: „Ich hatte nur Glück", „Die anderen sind besser", „Ich werde bald auffliegen als Hochstaplerin". Besonders Frauen und Minderheiten sind betroffen. Das Imposter-Syndrom hindert daran, Erfolge anzuerkennen und mehr zu fordern. Wichtig ist: Es ist ein Gefühl, keine Realität. Man muss lernen, Erfolge anzunehmen und den eigenen Wert zu sehen.

Lia: Was ist der Backlash-Effekt?

Maik Marx: Das ist die negative Reaktion, die Frauen erleben, wenn sie verhandeln. Studien zeigen: Wenn Frauen selbstbewusst auftreten und mehr Gehalt fordern, werden sie oft als unsympathisch, aggressiv oder gierig wahrgenommen. Bei Männern wird dasselbe Verhalten als normal und angemessen gesehen. Dieser Effekt ist real und messbar. Er führt dazu, dass Frauen zögern zu verhandeln, weil sie Angst vor negativen Konsequenzen haben – zu Recht. Das ist unfair, aber Realität.

Lia: Wie geht man mit dem Backlash-Effekt um?

Maik Marx: Indem man ihn kennt und strategisch agiert. Erstens, Bewusstsein. Wissen, dass es nicht an einem selbst liegt, sondern an Stereotypen. Zweitens, Framing. Nicht nur für sich verhandeln, sondern auch für das Team, das Unternehmen. „Ich möchte mein volles Potenzial einbringen" statt „Ich will mehr Geld". Drittens, Beziehung betonen. „Ich schätze die Zusammenarbeit sehr und möchte langfristig hier sein" – das mildert den Backlash. Viertens, Fakten nutzen. Nicht emotional, sondern sachlich argumentieren. Fünftens, Verbündete suchen. Männliche Kollegen oder Vorgesetzte, die einen unterstützen.

Lia: Wie überwindet man Selbstzweifel?

Maik Marx: Durch verschiedene Strategien. Erstens, Erfolge dokumentieren. Aufschreiben, was man erreicht hat. Schwarz auf weiß sehen. Zweitens, Feedback einholen. Andere fragen: Was schätzt du an meiner Arbeit? Drittens, Vergleichen. Stellenanzeigen anschauen: Was wird verlangt? Was kann ich davon? Oft stellt man fest: Ich erfülle mehr als gefordert. Viertens, Reframing. Statt „Ich hatte Glück" denken „Ich habe hart gearbeitet und es verdient". Fünftens, Vorbilder. Andere Frauen beobachten, die selbstbewusst verhandeln. Sechstens, Coaching. Professionelle Unterstützung beim Aufbau von Selbstvertrauen.

Lia: Wie findet man heraus, was man wert ist?

Maik Marx: Durch Recherche. Erstens, Gehaltsportale nutzen. Stepstone, Glassdoor, Gehalt.de – dort kann man nach Position, Branche, Region filtern. Zweitens, Netzwerk fragen. Mit anderen Frauen in ähnlichen Positionen sprechen. Drittens, Entgelttransparenzgesetz nutzen. Man hat das Recht zu erfahren, was Kollegen in vergleichbaren Positionen verdienen. Viertens, Personalberater fragen. Die kennen Marktpreise. Fünftens, Stellenanzeigen analysieren. Was wird für ähnliche Jobs geboten? Wichtig: Nicht nur den Durchschnitt nehmen, sondern das obere Drittel. Man will ja nicht durchschnittlich bezahlt werden.

Lia: Was ist das Entgelttransparenzgesetz?

Maik Marx: Das ist ein Gesetz von 2017, das Beschäftigten in Unternehmen ab 200 Mitarbeitern das Recht gibt, zu erfahren, was Kollegen des anderen Geschlechts in vergleichbaren Positionen verdienen. Man kann beim Arbeitgeber eine Auskunft beantragen. Das Ziel ist mehr Transparenz und weniger Gender Pay Gap. Allerdings wird das Gesetz wenig genutzt – viele kennen es nicht, andere haben Angst vor negativen Konsequenzen. Aber es ist ein wichtiges Instrument.

Lia: Wie bereitet man sich optimal auf die Gehaltsverhandlung vor?

Maik Marx: Sehr gründlich. Erstens, Leistungen dokumentieren. Was habe ich erreicht? Welche Projekte erfolgreich abgeschlossen? Welche Verantwortung übernommen? Zweitens, Zahlen sammeln. Umsatz gesteigert? Kosten gespart? Prozesse verbessert? Drittens, Marktrecherche. Was verdienen andere? Viertens, Zielgehalt festlegen. Nicht nur eine Zahl, sondern eine Spanne. Fünftens, Argumente vorbereiten. Warum verdiene ich mehr? Sechstens, Einwände antizipieren. Was könnte der Chef sagen? Wie antworte ich? Siebtens, üben. Mit Freunden, Partner, Coach. Laut aussprechen, was man will.

Lia: Welche Argumente überzeugen in Gehaltsverhandlungen?

Maik Marx: Leistungsbezogene Argumente. Erstens, Erfolge. Konkrete Beispiele, was man erreicht hat. Zweitens, Verantwortung. Welche Aufgaben man übernommen hat, die über die Stellenbeschreibung hinausgehen. Drittens, Qualifikationen. Weiterbildungen, Zertifikate, neue Kompetenzen. Viertens, Marktvergleich. Was verdienen andere in ähnlichen Positionen? Fünftens, Loyalität. Wie lange ist man im Unternehmen, was hat man beigetragen? Nicht überzeugen: persönliche Gründe wie „Ich brauche mehr Geld für die Miete". Das ist verständlich, aber kein Argument für den Arbeitgeber.

Lia: Wie formuliert man seine Gehaltsforderung?

Maik Marx: Klar und selbstbewusst. Nicht: „Ich würde gerne vielleicht über eine mögliche Gehaltserhöhung sprechen." Sondern: „Ich möchte mit Ihnen über mein Gehalt sprechen. Aufgrund meiner Leistungen und der Marktlage halte ich eine Erhöhung auf X Euro für angemessen." Wichtig: Keine Konjunktive, keine Abschwächungen, keine Entschuldigungen. Auch: Eine konkrete Zahl nennen, nicht fragen „Was können Sie mir bieten?" Man verliert sonst die Verhandlungsposition. Und: Schweigen aushalten. Nach der Forderung Pause machen, den anderen sprechen lassen.

Lia: Sollte man als Erste eine Zahl nennen oder warten?

Maik Marx: Das ist umstritten. Vorteil, als Erste zu nennen: Man setzt den Anker, die Verhandlung dreht sich um diese Zahl. Nachteil: Man könnte zu niedrig ansetzen. Vorteil, zu warten: Man erfährt, was der Arbeitgeber bereit ist zu zahlen. Nachteil: Der Arbeitgeber setzt einen niedrigen Anker. Meine Empfehlung: Als Erste nennen, aber hoch ansetzen. Nicht das Wunschgehalt nennen, sondern 10 bis 20 Prozent mehr. Dann hat man Verhandlungsspielraum.

Lia: Wie geht man mit Einwänden um?

Maik Marx: Ruhig und sachlich. Typische Einwände: „Das Budget ist knapp." Antwort: „Ich verstehe. Wann könnten wir das Gespräch wieder aufnehmen? Gibt es alternative Vergütungsformen?" „Andere verdienen auch nicht mehr." Antwort: „Ich verhandle für mich, nicht für andere. Meine Leistung rechtfertigt diese Erhöhung." „Sie sind noch nicht lange genug hier." Antwort: „Ich habe in kurzer Zeit viel erreicht. Hier sind die Beispiele." Wichtig: Nicht emotional werden, nicht rechtfertigen, sondern bei den Fakten bleiben.

Lia: Was tun, wenn der Arbeitgeber Nein sagt?

Maik Marx: Nicht sofort aufgeben. Erstens, nach Gründen fragen. Warum nicht? Was müsste ich tun, damit es möglich wird? Zweitens, Alternativen verhandeln. Mehr Urlaubstage, Homeoffice, Weiterbildungsbudget, Firmenwagen, Bonusvereinbarung. Drittens, Zeitplan vereinbaren. „Können wir in sechs Monaten wieder sprechen? Was müsste ich bis dahin erreichen?" Viertens, schriftlich festhalten. Vereinbarungen dokumentieren. Fünftens, wenn gar nichts geht: Überlegen, ob man bleiben will. Manchmal ist ein Jobwechsel die bessere Option.

Lia: Wie wichtig ist die Sprache in Gehaltsverhandlungen?

Maik Marx: Sehr wichtig. Studien zeigen: Frauen nutzen häufiger abschwächende Formulierungen. Statt „Ich will" sagen sie „Ich würde gerne". Statt „Ich habe erreicht" sagen sie „Wir haben erreicht". Statt „Ich erwarte" sagen sie „Ich hoffe". Das schwächt die Position. Wichtig: Klare, direkte Sprache. Ich-Botschaften. Aktive statt passive Formulierungen. Keine Konjunktive. Auch Körpersprache zählt: Aufrecht sitzen, Blickkontakt halten, ruhig atmen, nicht lächeln, wenn es nicht passt.

Lia: Sollte man über Gehalt mit Kollegen sprechen?

Maik Marx: Ja, unbedingt. Gehaltsgeheimnis nützt nur dem Arbeitgeber. Transparenz hilft, Ungerechtigkeiten aufzudecken und bessere Verhandlungspositionen zu haben. Natürlich ist es heikel – viele haben Angst, viele Arbeitsverträge verbieten es sogar. Aber: Solche Klauseln sind rechtlich unwirksam. Man darf über sein Gehalt sprechen. Tipp: Mit anderen Frauen anfangen, die man vertraut. Oder anonyme Plattformen nutzen wie Kununu, Glassdoor.

Lia: Welche Rolle spielen Netzwerke und Mentoren?

Maik Marx: Eine große. Netzwerke geben Informationen – was verdienen andere, welche Arbeitgeber zahlen gut. Mentoren geben Rat – wie verhandle ich, was fordere ich. Besonders wichtig: weibliche Mentoren oder Vorbilder, die selbst erfolgreich verhandelt haben. Auch männliche Verbündete sind wertvoll – sie können Türen öffnen, Empfehlungen aussprechen, in Verhandlungen unterstützen. Studien zeigen: Frauen mit Mentoren verdienen mehr und steigen schneller auf.

Lia: Wie verhandelt man beim Jobeinstieg?

Maik Marx: Besonders wichtig! Das Einstiegsgehalt ist die Basis für alle weiteren Erhöhungen. Wer niedrig einsteigt, holt das schwer auf. Tipps: Erstens, nicht nach dem letzten Gehalt fragen lassen. In manchen Ländern ist das sogar verboten. Antwort: „Ich möchte mich am Marktwert und der neuen Position orientieren." Zweitens, hoch ansetzen. Nicht das Minimum nennen, sondern das obere Ende der Spanne. Drittens, Gesamtpaket verhandeln. Nicht nur Grundgehalt, auch Bonus, Urlaubstage, Weiterbildung. Viertens, schriftlich bestätigen lassen.

Lia: Was ist mit Gehaltsverhandlung nach Elternzeit?

Maik Marx: Ein wichtiges Thema. Viele Frauen kehren nach Elternzeit zurück und verdienen weniger – weil sie Teilzeit arbeiten, weil sie keine Erhöhungen bekommen haben, weil sie den Anschluss verloren haben. Wichtig: Vor der Elternzeit klären, wie es danach weitergeht. Während der Elternzeit Kontakt halten. Nach der Rückkehr aktiv Gehaltsverhandlung suchen. Argumentieren: „Ich bringe neue Kompetenzen mit – Organisationstalent, Multitasking, Effizienz." Auch: Teilzeit heißt nicht weniger Leistung pro Stunde. Das sollte sich im Stundenlohn widerspiegeln.

Lia: Was können Unternehmen tun, um faire Gehälter zu gewährleisten?

Maik Marx: Viel. Erstens, Gehaltstransparenz. Offenlegen, was in welchen Positionen verdient wird. Zweitens, objektive Kriterien. Gehälter an Leistung, Erfahrung, Verantwortung koppeln, nicht an Verhandlungsgeschick. Drittens, regelmäßige Audits. Prüfen, ob es Gender Pay Gaps gibt, und diese schließen. Viertens, Schulungen. Führungskräfte sensibilisieren für unbewusste Vorurteile. Fünftens, Elternzeitregelungen. Väter ermutigen, Elternzeit zu nehmen. Sechstens, Teilzeit nicht bestrafen. Auch Teilzeitkräfte fördern und fair bezahlen.

Lia: Was ist dein wichtigster Tipp für Frauen, die mehr Gehalt wollen?

Maik Marx: Trau dich! Du bist mehr wert, als du denkst. Bereite dich gut vor, kenne deine Zahlen, übe deine Argumente. Und dann: Frag. Das Schlimmste, was passieren kann, ist ein Nein. Und selbst dann hast du etwas gewonnen – Erfahrung, Selbstvertrauen, Klarheit. Viele Frauen werden überrascht sein, wie oft sie ein Ja bekommen, wenn sie nur fragen. Und: Sprich mit anderen Frauen. Teilt Informationen, unterstützt euch gegenseitig. Gemeinsam sind wir stärker.

Lia: Das ist ein wunderbarer Abschluss. Vielen Dank, Maik, für diese wertvollen Einblicke in Gehaltsverhandlung für Frauen.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Ich hoffe, wir konnten Frauen ermutigen, für sich einzustehen und mehr zu fordern.

Lia: Das hoffe ich auch. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn ihr Unterstützung bei eurer Gehaltsverhandlung braucht, findet ihr auf unserer Website Informationen zu speziellen Coachings für Frauen.

Maik Marx: In der nächsten Folge sprechen wir über ein Thema, das immer wichtiger wird: Diversität und Inklusion am Arbeitsplatz. Was bedeutet das konkret und wie profitieren alle davon? Seid also unbedingt wieder dabei!

Lia: Bis dahin, bleibt genial und fordert, was ihr verdient!

Maik Marx: Dieser Podcast dient ausschließlich Informationszwecken. Alle Inhalte wurden sorgfältig recherchiert, dennoch können wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit übernehmen. Jede Situation ist individuell – für persönliche Beratung wendet euch bitte an Fachleute. Weitere rechtliche Hinweise findet ihr in unseren AGB und im Impressum auf unserer Website. Dort gibt es auch alle weiterführenden Links und Ressourcen zu dieser Folge.

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