24 Gehaltsverhandlung nach der Probezeit
Shownotes
Du hast es verdient! In dieser wichtigen Folge von "Plan Genial.de" zeigen dir Lia und Maik Marx, wie du nach der Probezeit erfolgreich eine Gehaltserhöhung verhandelst. Erfahre, warum das Ende der Probezeit der perfekte Zeitpunkt ist und wie du dich optimal vorbereitest.
Entdecke die stärksten Argumente für mehr Gehalt: Von messbaren Erfolgen über zusätzliche Verantwortung bis zur marktgerechten Vergütung. Maik erklärt, wie viel mehr Gehalt realistisch ist (5-10%), wie du deine Leistungen dokumentierst und konkret präsentierst. Lerne, wie du das Gespräch initiierst und selbstbewusst führst.
📝 Lust auf mehr? Zu dieser Folge gibt es einen ausführlichen Blogbeitrag mit allen Strategien, Beispielen und Checklisten zum Nachlesen.
Blogbeitrag zur Folge lesen →In dieser Folge erfährst du
- Warum das Ende der Probezeit der ideale Zeitpunkt fĂĽr Gehaltsverhandlung ist
- Wie du dich optimal vorbereitest: Leistungen dokumentieren und Marktrecherche
- Die stärksten Argumente: Erfolge, Verantwortung, Qualifikationen, Marktwert
- Wie viel mehr Gehalt ist realistisch? (5-10% Faustregel)
- Umgang mit Ablehnung, Gegenargumenten und Alternativen zur Gehaltserhöhung

Lia und Maik zeigen motiviert Daumen hoch – plangenial.de
Erhalte Strategien für jede Situation: Was tun bei Ablehnung? Wie reagiert man auf Gegenargumente? Welche Alternativen gibt es zur Gehaltserhöhung? Erfahre, wie du mit Körpersprache überzeugst, wann du kompromissbereit sein solltest und wann du standhaft bleiben musst. Auch Themen wie Gehältertransparenz und regelmäßige Gehaltsverhandlungen werden behandelt.
Kapitel der Folge
- 00:10 – Einführung in Gehaltsverhandlungen
- 00:51 – Gehaltsverhandlungen nach der Probezeit
- 01:57 – Vorbereitung auf Gehaltsverhandlungen
- 03:25 – Gehaltsforderung und Vergütungsrecherche
- 04:24 – Gesprächsinitiation
- 05:23 – Ablauf des Gehaltsgesprächs
- 06:30 – Starke Argumente in Verhandlungen
- 07:40 – Umgang mit Ablehnungen
- 08:21 – Alternativen zur Gehaltserhöhung
- 08:49 – Timing im Gespräch
- 09:45 – Umgang mit Ablehnungen und Kompromissen
- 10:52 – Körpersprache in Verhandlungen
- 11:51 – Ergebnis schriftlich festhalten
- 12:17 – Regelmäßige Gehaltsverhandlungen
- 12:52 – Besondere Anlässe für Verhandlungen
- 13:42 – Transparenz über Gehälter
- 14:14 – Verhältnis zum Chef
- 14:47 – Vorbereitung auf Gegenargumente
- 15:17 – Emotionen in Verhandlungen
- 15:40 – Letzte Tipps zur Gehaltsverhandlung
Lia und Maik schauen aufs Tablet, Daumen hoch – mehr von Lia & Maik auf plangenial.de
Hilfreiche Links
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Schlusswort von Maik Marx
Als Bewerbungsexperte und Karriere-Coach begleite ich seit vielen Jahren Menschen auf ihrem Weg in den Job – vom ersten Lebenslauf-Check bis zum unterschriebenen Arbeitsvertrag. Und wenn ich eines gelernt habe, dann das: Bewerbung und Karriere sind kein Glücksspiel, sondern eine Frage der richtigen Strategie. Genau dafür machen Lia und ich diesen Podcast – Woche für Woche, mit ehrlichen Einblicken, konkreten Beispielen und Tipps, die du sofort umsetzen kannst.
Übrigens: Viele meiner Klientinnen und Klienten starten mit einem AVGS-Gutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Damit ist dein komplettes Einzelcoaching bei plangenial zu 100 % gefördert – für dich kostenfrei. Hier findest du unser offizielles Coaching-Angebot bei der Arbeitsagentur.
Wenn dich das Thema Gehaltsverhandlung nach der Probezeit gerade persönlich beschäftigt, melde dich gern bei mir – dein Weg beginnt mit einem Gespräch. Ich freue mich auf dich!

Maik Marx · Bewerbungsexperte & Inhaber von plangenial – Plan Genial Unternehmensberatung, Berlin
plangenial auf Social Media
Transkript anzeigen
00:00:00: Lia: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Plangenialtum.de, dem Podcast, der euch auf eurem Karriereweg unterstĂĽtzt. Ich bin Lia und ich freue mich sehr, dass ihr wieder dabei seid. Mit mir ist heute wieder Maik Marx, unser Experte fĂĽr alle Karriere- und Bewerbungsfragen. Maik, es ist immer inspirierend, mit dir zu sprechen. Deine Expertise ist Gold wert.
00:00:32: Maik Marx: Hallo Lia, vielen Dank. Es ist mir eine Freude, hier zu sein und unser Wissen zu teilen.
00:00:37: Lia: In unserer letzten Folge haben wir über Körpersprache im Vorstellungsgespräch gesprochen. Heute widmen wir uns einem Thema, das viele nach dem erfolgreichen Einstieg in einen neuen Job beschäftigt. Gehaltsverhandlungen nach der Probezeit Maik, ist das Ende der Probezeit wirklich ein guter Zeitpunkt, um über Geld zu sprechen?
00:01:01: Maik Marx: Absolut, Lia. Das Ende der Probezeit ist einer der natürlichsten und besten Zeitpunkte für eine Gehaltsverhandlung. Man hat bewiesen, dass man die Erwartungen erfüllt, man kennt das Unternehmen und die Aufgaben besser. Und oft wurde im Einstellungsgespräch bereits vereinbart, dass man nach der Probezeit über das Gehalt spricht. Es ist also ein legitimer und erwarteter Moment.
00:01:25: Lia: Viele Menschen haben Angst, nach mehr Geld zu fragen. Woher kommt diese Angst?
00:01:30: Maik Marx: Die Angst ist vielschichtig. Manche fürchten, gierig oder undankbar zu wirken. Andere haben Angst vor Ablehnung oder dass das Verhältnis zum Chef leidet. Wieder andere wissen einfach nicht, wie sie das Gespräch angehen sollen. Aber diese Ängste sind oft unbegründet. Gehaltsverhandlungen sind ein normaler Teil des Berufslebens. Und Arbeitgeber erwarten, dass Mitarbeiter ihren Wert kennen und einfordern.
00:01:57: Lia: Wie bereitet man sich denn optimal auf eine Gehaltsverhandlung vor?
00:02:02: Maik Marx: Vorbereitung ist das A und O. Man sollte zunächst seine eigene Leistung dokumentieren. Was habe ich in der Probezeit erreicht? Welche Projekte habe ich erfolgreich abgeschlossen? Welche zusätzlichen Aufgaben habe ich übernommen? Welchen Mehrwert habe ich dem Unternehmen gebracht? Diese Erfolge sollte man konkret und messbar formulieren.
00:02:25: Lia: Kannst du ein Beispiel geben?
00:02:26: Maik Marx: Gerne. Statt zu sagen, ich habe gute Arbeit geleistet, besser, ich habe in den letzten drei Monaten fĂĽnf Kundenprojekte erfolgreich abgeschlossen, alle termingerecht und im Budget. Dabei habe ich die Kundenzufriedenheit um 15% gesteigert, wie die letzte Umfrage zeigt. Solche konkreten Zahlen und Fakten sind viel ĂĽberzeugender als allgemeine Aussagen.
00:02:52: Lia: Wie findet man heraus, wie viel mehr Gehalt angemessen ist?
00:02:56: Maik Marx: Durch Marktrecherche. Man sollte sich informieren, was in der eigenen Branche, Region und Position üblich ist. Plattformen wie StepStone, Glassdoor oder Kununu bieten Gehaltsvergleiche an. Auch Branchenverbände oder die Bundesagentur für Arbeit haben Gehaltsdaten. Man sollte auch berücksichtigen, wie viel Erfahrung man hat, welche Qualifikationen man mitbringt und wie groß das Unternehmen ist.
00:03:25: Lia: Wie viel mehr Gehalt kann man nach der Probezeit realistisch fordern?
00:03:30: Maik Marx: Als Faustregel gelten 5 bis 10 Prozent. Bei wirklich außergewöhnlichen Leistungen oder wenn das Einstiegsgehalt bewusst niedrig angesetzt war, können es auch mehr sein. Aber man sollte realistisch bleiben. Wenn man 20 oder 30 Prozent mehr fordert, wirkt das schnell überzogen. Es sei denn, man hat wirklich außergewöhnliche Erfolge vorzuweisen oder das ursprüngliche Gehalt war deutlich unter Markt.
00:03:58: Lia: Was, wenn man im Einstellungsgespräch bereits ein niedriges Gehalt für die Probezeit akzeptiert hat?
00:04:04: Maik Marx: Dann hat man nach der Probezeit mehr Spielraum. Wenn man damals gesagt hat, ich bin bereit, in der Probezeit mit einem niedrigeren Gehalt zu starten und wir sprechen nach drei Monaten neu, dann ist das eine klare Basis für die Verhandlung. Man kann dann durchaus eine deutlichere Erhöhung fordern, um auf Marktniveau zu kommen.
00:04:25: Lia: Wie initiiert man denn das Gespräch? Wartet man, bis der Chef es anspricht? Oder geht man aktiv auf ihn zu?
00:04:33: Maik Marx: Man sollte aktiv werden. Nicht alle Arbeitgeber denken automatisch daran, nach der Probezeit über Gehalt zu sprechen. Man sollte etwa zwei Wochen vor Ende der Probezeit um ein Gespräch bitten. Das kann per E-Mail sein. Liebe Frau Müller, meine Probezeit endet am 15. März. Ich würde gerne ein Gespräch mit Ihnen führen, um über meine Leistungen an und meine weitere Entwicklung im Unternehmen zu sprechen. Wann hätten Sie Zeit dafür?
00:05:02: Lia: Sollte man in der E-Mail schon erwähnen, dass es um Gehalt geht?
00:05:06: Maik Marx: Das ist Geschmackssache. Man kann es neutral formulieren als Gespräch über meine Entwicklung oder man kann es direkt ansprechen. Gespräch über meine Leistungen und Gehaltsanpassung. Beides ist legitim. Wichtig ist, dass man professionell und selbstbewusst auftritt.
00:05:24: Lia: Wie läuft so ein Gehaltsgespräch idealerweise ab?
00:05:27: Maik Marx: Man sollte mit einer positiven Note beginnen. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit hier und fühle mich gut im Team. Die Probezeit war eine wertvolle Zeit, in der ich viel gelernt habe. Dann leitet man über zu den eigenen Leistungen. In den letzten drei Monaten habe ich folgende Erfolge erzielt. Hier zählt man konkret auf, was man erreicht hat. Dann kommt die Gehaltsforderung. Aufgrund dieser Leistungen und meines Beitrags zum Unternehmen möchte ich über eine Gehaltsanpassung sprechen. Ich stelle mir eine Erhöhung um x Prozent vor.
00:06:02: Lia: Sollte man eine konkrete Zahl nennen oder einen Bereich?
00:06:05: Maik Marx: Besser eine konkrete Zahl, eventuell mit einem kleinen Verhandlungsspielraum. Wenn man zum Beispiel 3500 Euro haben möchte, kann man 3600 Euro fordern und ist bereit, auf 3500 Euro runterzugehen. Aber man sollte nicht zu vage sein. Ich hätte gerne mehr Geld, ist keine gute Verhandlungsbasis.
00:06:30: Lia: Was sind die stärksten Argumente in einer Gehaltsverhandlung?
00:06:34: Maik Marx: Es gibt mehrere überzeugende Argumente. Erstens, Übernahme zusätzlicher Verantwortung. Wenn man mehr Aufgaben übernommen hat als ursprünglich vereinbart, ist das ein starkes Argument. Zweitens, messbare Erfolge. Umsatzsteigerungen, Kosteneinsparungen, erfolgreiche Projekte. Drittens, Weiterbildung und neue Qualifikationen. Wenn man sich fortgebildet hat und neue Fähigkeiten einbringt. 4. Marktgerechte Vergütung, wenn man nachweisen kann, dass man unter Markt bezahlt wird.
00:07:09: Lia: Was ist mit Argumenten wie, ich brauche mehr Geld oder ich habe höhere Lebenshaltungskosten?
00:07:16: Maik Marx: Die sind schwach und sollten vermieden werden. Der Arbeitgeber zahlt für Leistung, nicht für persönliche Bedürfnisse. Argumente wie, meine Miete ist gestiegen oder ich habe ein Kind bekommen, mögen menschlich verständlich sein, aber sie sind keine Geschäftsargumente. Man sollte immer aus Sicht des Unternehmens argumentieren, was ist mein Wert für das Unternehmen?
00:07:41: Lia: Wie geht man damit um, wenn der Chef sagt, die Unternehmenssituation ist schlecht, wir können uns keine Erhöhungen leisten?
00:07:49: Maik Marx: Das ist ein klassisches Gegenargument. Man sollte nachfragen, können Sie das konkretisieren, wie ist die Situation genau? Oft ist die Situation gar nicht so schlecht, wie behauptet. Wenn die Situation wirklich schwierig ist, kann man alternative Lösungen vorschlagen. Ich verstehe die Situation. Können wir stattdessen über andere Formen der Vergütung sprechen? Zum Beispiel Erfolgsprämien, zusätzliche Urlaubstage oder Weiterbildungsbudget?
00:08:18: Lia: Was sind denn solche Alternativen zur Gehaltserhöhung?
00:08:21: Maik Marx: Es gibt viele Möglichkeiten. Zusätzliche Urlaubstage, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Möglichkeiten, ein Dienstwagen oder Jobticket, Weiterbildungsbudget, betriebliche Altersvorsorge, Erfolgsprämien oder Boni, Aktienoptionen, ein besserer Jobtitel. Manchmal sind solche Benefits für das Unternehmen günstiger als eine Gehaltserhöhung und für den Mitarbeiter trotzdem wertvoll.
00:08:50: Lia: Wie wichtig ist das Timing innerhalb des Gesprächs?
00:08:53: Maik Marx: Sehr wichtig! Man sollte nicht mit der Gehaltsforderung ins Gespräch platzen. Erst sollte man die eigenen Leistungen darstellen, dann die Zufriedenheit mit dem Job betonen und erst dann die Gehaltsforderung anbringen. Auch sollte man einen guten Moment abpassen. Wenn der Chef gerade gestresst ist oder schlechte Laune hat, ist es nicht der beste Zeitpunkt.
00:09:18: Lia: Was, wenn der Chef sofort ablehnt?
00:09:20: Maik Marx: Dann sollte man nachfragen, können Sie mir erklären, warum eine Gehaltserhöhung derzeit nicht möglich ist? Man sollte ruhig bleiben und nicht emotional werden. Dann kann man am Abend fragen, was müsste ich leisten, damit eine Erhöhung möglich wird? Oder können wir in drei oder sechs Monaten erneut darüber sprechen? So zeigt man, dass man es ernst meint, aber auch kompromissbereit ist.
00:09:46: Lia: Sollte man eine Ablehnung akzeptieren oder hart verhandeln?
00:09:50: Maik Marx: Das hängt von der Situation ab. Wenn die Ablehnung gut begründet ist und das Unternehmen wirklich in Schwierigkeiten steckt, sollte man es akzeptieren und einen neuen Termin vereinbaren. Wenn die Ablehnung unbegründet erscheint und man weiß, dass man unter Wert bezahlt wird, kann man standhaft bleiben. Ich verstehe Ihre Position, aber ich bin überzeugt, dass meine Leistung eine Anpassung rechtfertigt. Können wir einen Kompromiss finden?
00:10:20: Lia: Was ist mit der Drohung zu kündigen, wenn man keine Erhöhung bekommt?
00:10:24: Maik Marx: Das ist ein zweischneidiges Schwert. Man sollte niemals blöffen. Wenn man nicht wirklich bereit ist zu gehen, sollte man nicht damit drohen. Wenn man aber tatsächlich ein anderes Jobangebot hat oder ernsthaft wechseln würde, kann man das als letztes Mittel einsetzen. Ich habe ein Angebot von einem anderen Unternehmen für x Euro. Ich würde gerne hierbleiben, aber ich brauche eine faire Vergütung. Aber Vorsicht, das kann nach hinten losgehen.
00:10:53: Lia: Wie wichtig ist die Körpersprache in der Gehaltsverhandlung?
00:10:56: Maik Marx: Sehr wichtig, wie wir in der letzten Folge besprochen haben. Man sollte selbstbewusst auftreten. Aufrechte Haltung, Blickkontakt, ruhige Stimme. Man sollte nicht nervös wirken oder sich entschuldigen. Sätze wie, es tut mir leid, dass ich danach frage, aber sind tabu. Man sollte selbstbewusst sagen, ich möchte über eine Gehaltsanpassung sprechen.
00:11:20: Lia: Was ist, wenn man ein Gegenangebot bekommt, das niedriger ist als gewĂĽnscht?
00:11:25: Maik Marx: Dann verhandelt man. Wenn man 3500 Euro wollte und 3200 Euro angeboten bekommt, kann man sagen, ich schätze das Angebot, aber aufgrund meiner Leistungen und der Marktlage halte ich 3400 Euro für angemessen. Können wir uns darauf einigen? Verhandlung ist ein Geben und Nehmen. Man sollte kompromissbereit sein, aber nicht zu schnell einknicken.
00:11:52: Lia: Sollte man das Ergebnis schriftlich festhalten?
00:11:54: Maik Marx: Unbedingt. Egal, ob die Gehaltserhöhung gewährt wird oder nicht, man sollte um eine schriftliche Bestätigung bitten. Bei einer Zusage sollte im Schreiben stehen, neues Gehalt, ab wann es gilt, eventuelle Bedingungen. Bei einer Ablehnung sollte festgehalten werden, Gründe, nächster Gesprächstermin, was bis dahin erreicht werden muss.
00:12:17: Lia: Was ist mit regelmäßigen Gehaltsverhandlungen? Wie oft sollte man über Gehalt sprechen?
00:12:23: Maik Marx: In der Regel alle ein bis zwei Jahre. Wenn man außergewöhnliche Leistungen erbringt oder zusätzliche Verantwortung übernimmt, kann man auch früher das Gespräch suchen. Aber man sollte nicht alle paar Monate nach mehr Geld fragen. Das wirkt gierig. Ein guter Rhythmus ist nach der Probezeit, dann nach einem Jahr, dann alle ein bis zwei Jahre oder bei besonderen Anlässen wie Beförderungen.
00:12:49: Lia: Was sind besondere Anlässe für eine Gehaltsverhandlung?
00:12:52: Maik Marx: Beförderung, Übernahme einer Führungsposition, erfolgreicher Projektabschluss, neue Qualifikationen oder Zertifikate, Erweiterung des Aufgabenbereichs, Umzug des Unternehmens, der eine längere Pendelstrecke bedeutet oder wenn man ein externes Jobangebot hat.
00:13:12: Lia: Wie geht man damit um, wenn Kollegen mehr verdienen fĂĽr die gleiche Arbeit?
00:13:16: Maik Marx: Das ist heikel. In Deutschland ist es oft tabu, über Gehälter zu sprechen, aber es wird offener. Wenn man weiß, dass Kollegen mehr verdienen, kann man das vorsichtig ansprechen. Mir ist aufgefallen, dass die Vergütung in unserer Abteilung unterschiedlich ist. Ich würde gerne verstehen, wie sich mein Gehalt im Vergleich einordnet und was ich tun kann, um eine Anpassung zu erreichen. Man sollte nicht anklagend sein, sondern sachlich.
00:13:43: Lia: Was ist mit Transparenz? Sollte man offen ĂĽber sein Gehalt sprechen?
00:13:48: Maik Marx: Das ist eine persönliche Entscheidung. Rechtlich darf man über sein Gehalt sprechen. Klauseln im Arbeitsvertrag, die das verbieten, sind oft unwirksam. Transparenz kann helfen, Ungerechtigkeiten aufzudecken. Aber man sollte vorsichtig sein und nicht im ganzen Büro herum erzählen, was man verdient. Vertrauensvolle Gespräche mit ausgewählten Kollegen können aber hilfreich sein.
00:14:15: Lia: Wie wichtig ist das Verhältnis zum Chef für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung?
00:14:20: Maik Marx: Sehr wichtig! Wenn man ein gutes Verhältnis hat und der Chef einen schätzt, sind die Chancen viel höher. Deshalb sollte man das ganze Jahr über gute Arbeit leisten, sichtbar sein, Erfolge kommunizieren und eine positive Beziehung pflegen. Eine Gehaltsverhandlung ist nicht der Moment, um zum ersten Mal aufzufallen. Man sollte vorher schon als wertvoller Mitarbeiter wahrgenommen werden.
00:14:47: Lia: Was ist mit der Vorbereitung auf Gegenargumente?
00:14:50: Maik Marx: Man sollte sich typische Gegenargumente überlegen und Antworten vorbereiten. Wir haben kein Budget. Antwort. Ich verstehe. Können wir über alternative Vergütungsformen sprechen oder einen Termin in sechs Monaten vereinbaren? Sie sind noch nicht lange genug hier. Antwort? Ich verstehe, aber ich habe in kurzer Zeit viel erreicht, wie Sie an diesen Beispielen sehen. Vorbereitung gibt Sicherheit.
00:15:18: Lia: Sollte man Emotionen zeigen in der Verhandlung?
00:15:21: Maik Marx: Positive Emotionen wie Begeisterung für den Job sind gut. Negative Emotionen wie Frustration, Ärger oder Enttäuschung sollte man vermeiden. Man sollte professionell und sachlich bleiben, auch wenn man innerlich enttäuscht ist. Emotionale Ausbrüche schaden nur.
00:15:41: Lia: Was ist dein wichtigster Tipp für unsere Zuhörer?
00:15:44: Maik Marx: Kennt euren Wert und habt keine Angst, danach zu fragen. Gehaltsverhandlungen sind ein normaler Teil des Berufslebens. Bereitet euch gut vor, argumentiert mit Fakten und Leistungen, bleibt selbstbewusst aber kompromissbereit. Und denkt daran, das Schlimmste, was passieren kann, ist ein Nein. Aber wenn ihr nicht fragt, ist die Antwort immer Nein.
00:16:09: Lia: Das ist ein wunderbarer Abschluss. Vielen Dank, Maik, fĂĽr diese wertvollen Tipps zur Gehaltsverhandlung.
00:16:19: Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Ich hoffe, wir konnten vielen Menschen Mut machen, fĂĽr ihr Gehalt einzustehen.
00:16:25: Lia: Das hoffe ich auch. Liebe Zuhörer, wenn ihr Unterstützung bei der Vorbereitung eurer Gehaltsverhandlung braucht, findet ihr auf unserer Website Informationen zu Coachings.
00:16:36: Maik Marx: In der nächsten Folge sprechen wir über ein Thema, das immer wichtigerer wird. Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz. Wie erkennt man Burnout-Anzeichen? Wie schützt man sich? Seid also unbedingt wieder dabei.
00:16:49: Lia: Bis dahin, bleibt genial und kennt euren Wert. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. Für verbindliche Ratschläge empfehlen wir, eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Beachtet bitte auch unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen und das Impressum. Alle Links und Shownotes findet ihr wie immer auch auf unserer Webseite.
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