19 Bewerbungsunterlagen optimieren – Lebenslauf & Anschreiben perfektionieren
Shownotes
In dieser Episode von PlanGenial.de widmen wir uns einem der zentralen Aspekte der Jobsuche: der Optimierung von Bewerbungsunterlagen. Ich, Lia, eure Gastgeberin, sowie Maik Marx, unser Experte für Bewerbungsstrategien, geben praktische Einblicke, wie Lebenslauf und Anschreiben so gestaltet werden, dass sie Personalern sofort ins Auge fallen.
Wir beginnen die Diskussion mit der Bedeutung des Lebenslaufs, der oft als Herzstück einer Bewerbung betrachtet wird. Mike betont, dass der Lebenslauf entscheidend ist, um in der kurzen Zeit, die Recruiter für das Scannen von Unterlagen haben, alles Wichtige über die berufliche Laufbahn und die Qualifikationen des Bewerbers zu vermitteln. Dabei ist es nicht nur wichtig, die Informationen klar und übersichtlich zu präsentieren. Ein individuelles Design, das auf die jeweilige Stelle zugeschnitten ist, spielt eine ebenso wichtige Rolle. Wir sprechen darüber, wie Bewerber häufig den Fehler machen, einen Standard-Lebenslauf zu verwenden, und erläutern die Notwendigkeit einer anpassungsfähigen Struktur, die wesentliche Erfahrungen und Fähigkeiten hervorhebt.
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- Warum der Lebenslauf das Herzstück jeder Bewerbung ist und wie du ihn optimal strukturierst.
- Wie du deine Bewerbungsunterlagen gezielt auf jede Stellenausschreibung zuschneidest und herausstichst.
- Welche formalen und inhaltlichen Fehler im Lebenslauf Personaler sofort aussortieren lassen.
- Wie ATS-Systeme deine Bewerbung scannen und du deinen Lebenslauf dafür optimierst.
- Warum ein gutes Anschreiben deine Persönlichkeit zeigt und über reine Fakten hinausgeht.
- Beschreibe deine Berufserfahrung immer ergebnisorientiert mit konkreten Zahlen und messbaren Erfolgen.

Lia in einem Online-Vorstellungsgespräch mit Headset, Maik coacht daneben – plangenial.de
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf häufigen Fehlern, die in Lebensläufen zu finden sind, wie z.B. formale Mängel, inkonsistente Formatierung und allgemeine Unklarheiten. Wir geben praktische Tipps, wie man diese häufigen Stolpersteine vermeidet, um den bestmöglichen ersten Eindruck zu hinterlassen. Das Augenmerk wird auch auf Applicant Tracking Systeme (ATS) gelegt, deren Bedeutung in einem stark digitalisierten Bewerbungsprozess nicht unterschätzt werden sollte. Mike erläutert, wie Bewerber ihre Unterlagen so gestalten können, dass diese Systeme optimal mit den Lebensläufen arbeiten können.
Kapitel der Folge
- 00:12 – Einführung in den Bewerbungsprozess
- 08:52 – Der Weg zum perfekten Anschreiben
- 15:02 – Umgang mit Anforderungen und Lücken
- 17:50 – Design und Layout der Bewerbungsunterlagen
- 20:03 – Abschließende Tipps für erfolgreiche Bewerbungen
Lia und Maik zeigen aufs Notizbuch und planen – mehr von Lia & Maik auf plangenial.de
Hilfreiche Links
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Schlusswort von Maik Marx
Als Bewerbungsexperte und Karriere-Coach begleite ich seit vielen Jahren Menschen auf ihrem Weg in den Job – vom ersten Lebenslauf-Check bis zum unterschriebenen Arbeitsvertrag. Und wenn ich eines gelernt habe, dann das: Bewerbung und Karriere sind kein Glücksspiel, sondern eine Frage der richtigen Strategie. Genau dafür machen Lia und ich diesen Podcast – Woche für Woche, mit ehrlichen Einblicken, konkreten Beispielen und Tipps, die du sofort umsetzen kannst.
Übrigens: Viele meiner Klientinnen und Klienten starten mit einem AVGS-Gutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Damit ist dein komplettes Einzelcoaching bei plangenial zu 100 % gefördert – für dich kostenfrei. Hier findest du unser offizielles Coaching-Angebot bei der Arbeitsagentur.
Wenn dich das Thema Bewerbungsunterlagen optimieren gerade persönlich beschäftigt, melde dich gern bei mir – dein Weg beginnt mit einem Gespräch. Ich freue mich auf dich!

Maik Marx · Bewerbungsexperte & Inhaber von plangenial – Plan Genial Unternehmensberatung, Berlin
plangenial auf Social Media
Transkript anzeigen
00:00:00: Lia: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von PlanGenial.de, dem Podcast, der euch den Weg zum Traumjob ebnet. Ich bin Lia, eure Gastgeberin, und ich freue mich, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Heute ist natürlich wieder der Mann an meiner Seite, dessen Ratschläge für jede Bewerbung Gold wert sind. Maik Marx Hallo Maik, es ist schön, dich wieder hier zu haben. Deine Expertise ist einfach unersetzlich.
00:00:37: Maik Marx: Hallo Lia, danke für die Blumen. Ich freue mich, mein Wissen auch heute wieder teilen zu können.
00:00:43: Lia: Nachdem wir in der letzten Folge über Softskills gesprochen haben, wollen wir heute ganz praktisch werden. Unser Thema lautet Bewerbungsunterlagen optimieren, wie man Lebenslauf und Anschreiben perfektioniert. Maik, wo fängt man da am besten an?
00:01:03: Maik Marx: Das ist eine zentrale Frage, Lia. Die Bewerbungsunterlagen sind der Türöffner. Der erste Eindruck zählt und hier hat man keine zweite Chance. Ich empfehle, immer mit dem Lebenslauf zu beginnen. Er ist das Herzstück jeder Bewerbung und wird von Personalern oft zuerst gelesen, manchmal sogar noch vor dem Anschreiben.
00:01:24: Lia: Was macht den Lebenslauf denn so wichtig?
00:01:26: Maik Marx: Der Lebenslauf gibt auf einen Blick Auskunft über die berufliche Laufbahn, die Qualifikationen und die Kompetenzen eines Bewerbers. Personaler scannen Lebensläufe oft in nur 30 bis 60 Sekunden. In dieser kurzen Zeit muss klar werden, passt diese Person auf die Stelle oder nicht. Deshalb ist es so wichtig, dass der Lebenslauf übersichtlich, klar strukturiert und auf die jeweilige Position zugeschnitten ist.
00:01:59: Lia: Du sagst zugeschnitten. Was genau meinst du damit?
00:02:02: Maik Marx: Viele Bewerber machen den Fehler, einen Standard-Lebenslauf für alle Bewerbungen zu verwenden. Aber jede Stelle hat andere Anforderungen. Jedes Unternehmen andere Prioritäten. Ein guter Lebenslauf hebt genau die Erfahrungen und Fähigkeiten hervor, die für die konkrete Position relevant sind. Das bedeutet nicht, dass man lügt oder Dinge erfindet. Es geht darum, die Schwerpunkte richtig zu setzen.
00:02:32: Lia: Kannst du ein Beispiel geben?
00:02:33: Maik Marx: Gerne. Nehmen wir an, jemand bewirbt sich als Projektmanager. Dann sollten Projekterfahrungen, Teamleitung und Budgetverantwortung prominent im Lebenslauf stehen, mit konkreten Beispielen und messbaren Erfolgen. Wenn dieselbe Person sich als Vertriebsmitarbeiter bewirbt, rücken Kundenkontakt, Verkaufserfolge und Kommunikationsfähigkeiten in den Vordergrund. Die Grunddaten bleiben gleich, aber die Gewichtung ändert sich.
00:03:04: Lia: Das klingt nach viel Arbeit für jede einzelne Bewerbung.
00:03:08: Maik Marx: Das ist es auch. Aber genau diese Arbeit unterscheidet eine durchschnittliche von einer herausragenden Bewerbung. Und in einem umkämpften Arbeitsmarkt kann das den entscheidenden Unterschied machen. Außerdem wird es mit der Zeit einfacher. Man entwickelt ein Gefühl dafür, welche Aspekte für welche Art von Stelle wichtig sind.
00:03:29: Lia: Was sind denn die häufigsten Fehler, die du in Lebensläufen siehst?
00:03:33: Maik Marx: Oh, da gibt es einige. An erster Stelle stehen formale Fehler, unübersichtliches Layout, inkonsistente Formatierung, Rechtschreibfehler. Das wirkt unprofessionell und lässt vermuten, dass der Bewerber nicht sorgfältig arbeitet. Dann gibt es inhaltliche Fehler, zu vage Beschreibungen, fehlende Zeitangaben, Lücken ohne Erklärung.
00:03:57: Lia: Wie sollte ein gutes Layout aussehen?
00:04:00: Maik Marx: Klar, übersichtlich und professionell. Aktuell ist ein minimalistisches Design im Trend. klare Linien, viel Weißraum, gut lesbare Schriftarten wie Areal oder Kalibri. Wichtig ist, dass die Struktur auf den ersten Blick erkennbar ist. Persönliche Daten, Berufserfahrung, Ausbildung, Zusatzqualifikationen. Viele verwenden eine zweispaltige Struktur, bei der links die Zeitangaben stehen und rechts die Beschreibungen.
00:04:32: Lia: Was ist mit Farben und Fotos?
00:04:34: Maik Marx: Das hängt von der Branche ab. In konservativen Bereichen wie Banken oder Versicherungen sollte man zurückhaltend sein. Dezente Farben, professionelles Bewerbungsfoto. In kreativen Branchen wie Design oder Marketing darf es etwas mutiger sein. Aber Vorsicht! Zu viel Kreativität kann auch nach hinten losgehen, besonders wenn Bewerbermanagementsysteme, sogenannte ATS-Systeme, die Bewerbung zuerst scannen.
00:05:04: Lia: Was sind ATS-Systeme?
00:05:06: Maik Marx: ATS steht für Applicant Tracking System. Das sind Softwareprogramme, die viele Unternehmen einsetzen, um Bewerbungen zu verwalten und fortzusortieren. Diese Systeme scannen Lebensläufe nach Schlüsselwörtern und Qualifikationen. Wenn der Lebenslauf zu komplex gestaltet ist, mit Grafiken, Tabellen oder ungewöhnlichen Schriftarten, kann es sein, dass das System ihn nicht richtig lesen kann und die Bewerbung aussortiert wird, bevor ein Mensch sie überhaupt sieht.
00:05:40: Lia: Das klingt frustrierend. Wie optimiert man denn einen Lebenslauf für solche Systeme?
00:05:45: Maik Marx: Indem man ein einfaches, klares Layout verwendet. Keine Textfelder oder Grafiken für wichtige Informationen. Die Stellenausschreibung genau lesen und relevante Schlüsselwörter im Lebenslauf verwenden, aber authentisch, nicht künstlich reingestopft. Standardüberschriften verwenden wie Berufserfahrung statt kreativer Varianten wie Meine Stationen und das Dokument als PDF speichern, um die Formatierung zu erhalten.
00:06:18: Lia: Lass uns über den Inhalt sprechen. Wie beschreibt man seine Berufserfahrung am besten?
00:06:23: Maik Marx: Nicht als bloße Tätigkeitsbeschreibung, sondern ergebnisorientiert. Statt verantwortlich für Kundenkontakt besser Betreuung eines Kundenstamms von 50 Firmenkunden mit einer Kundenzufriedenheit von 95%. Statt Mitarbeit in Projekten besser Leitung von drei Digitalisierungsprojekten mit einem Gesamtbudget von 200.000 Euro, alle termingerecht und im Budgetrahmen abgeschlossen.
00:06:53: Lia: Zahlen und Fakten machen es also greifbarer?
00:06:56: Maik Marx: Genau. Zahlen sind objektiv und überzeugend. Sie zeigen konkret, was jemand erreicht hat. Umsatzsteigerungen, Kosteneinsparungen, Teamgrößen, Projektbudgets, Kundenzahlen. All das macht Erfolge messbar und glaubwürdig. Natürlich sollte man nur Zahlen nennen, die man auch belegen kann.
00:07:17: Lia: Was ist mit Lücken im Lebenslauf? Viele unserer Zuhörer haben vielleicht Zeiten der Arbeitslosigkeit.
00:07:24: Maik Marx: Das ist ein wichtiges Thema. Lücken sind heute viel normaler als früher. Durch Elternzeit, Weiterbildung, Krankheit oder eben Arbeitslosigkeit. Wichtig ist, ehrlich damit umzugehen und sie nicht zu verstecken. Man kann sie positiv formulieren. Berufliche Neuorientierung und Weiterbildung klingt besser als arbeitslos. Wenn man in dieser Zeit etwas Produktives gemacht hat, einen Online-Kurs, ehrenamtliche Arbeit, ein persönliches Projekt, sollte man das unbedingt erwähnen.
00:07:58: Lia: Kommen wir zum Anschreiben. Viele fragen sich, braucht man das überhaupt noch?
00:08:05: Maik Marx: Eine berechtigte Frage. Manche Unternehmen verzichten mittlerweile darauf, besonders bei Online-Bewerbungen. Aber wenn ein Anschreiben gefordert wird oder optional ist, sollte man es auf jeden Fall beifügen. Es ist die Chance, Persönlichkeit zu zeigen und eine Geschichte zu erzählen, die über die reinen Fakten des Lebenslaufs hinausgeht.
00:08:28: Lia: Was macht ein gutes Anschreiben aus?
00:08:30: Maik Marx: Es ist individuell, authentisch und zeigt, warum genau diese Person zu genau dieser Stelle passt. Ein gutes Anschreiben beantwortet drei Fragen. Warum interessiere ich mich für dieses Unternehmen? Warum bin ich für diese Stelle geeignet? Was kann ich dem Unternehmen bieten?
00:08:49: Lia: Wie sollte man das Anschreiben strukturieren?
00:08:52: Maik Marx: Klassischerweise hat ein Anschreiben vier Teile. Einleitung, Hauptteil, Unternehmensbezug und Schluss.
00:09:08: Lia: Was wäre ein Beispiel für einen starken Einstieg?
00:09:13: Maik Marx: Zum Beispiel, als ich auf Ihrer Website von Ihrem neuen Nachhaltigkeitsprojekt gelesen habe, wusste ich, hier möchte ich dabei sein. Oder drei Jahre Erfahrung im digitalen Marketing, Leidenschaft für datengetriebene Strategien und der Wunsch, in einem innovativen Team zu arbeiten, das bringe ich mit für die Position als Marketingmanager bei Ihnen. Solche Einstiege zeigen sofort, diese Person hat sich mit dem Unternehmen beschäftigt und weiß, was sie will.
00:09:44: Lia: Was gehört in den Hauptteil?
00:09:46: Maik Marx: Hier stellt man die eigene Qualifikation dar, aber nicht als bloße Aufzählung, sondern als Geschichte. Man kann ein oder zwei Beispiele aus der bisherigen Karriere herausgreifen, die besonders relevant sind und diese detailliert beschreiben. Dabei sollte man konkret werden, was war die Herausforderung, was habe ich getan, was war das Ergebnis.
00:10:11: Lia: Das klingt nach der Star-Methode, die du in der letzten Folge erwähnt hast.
00:10:16: Maik Marx: Genau, das Prinzip ist dasselbe. Im Anschreiben hat man natürlich weniger Platz als im Gespräch Aber die Grundidee bleibt, konkrete Beispiele statt abstrakter Behauptungen. Statt ich bin teamfähig und kommunikationsstark, besser, in meiner letzten Position habe ich ein fünfköpfiges Team durch eine komplexe Umstrukturierung geführt, in dem ich wöchentliche Meetings etablierte und eine offene Feedbackkultur förderte.
00:10:46: Lia: Was ist mit dem Unternehmensbezug?
00:10:48: Maik Marx: Der ist essentiell. Man muss zeigen, dass man sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat. Dafür sollte man vorab gründlich recherchieren. Was macht das Unternehmen? Welche Werte vertritt es? Gibt es aktuelle Projekte oder Entwicklungen? Je konkreter man darauf Bezug nimmt, desto überzeugender wirkt die Bewerbung.
00:11:09: Lia: Wie recherchiert man denn am besten?
00:11:11: Maik Marx: Die Unternehmenswebsite ist der erste Anlaufpunkt, besonders die Bereiche Über uns, Karriere und News. Auch Social-Media-Kanäle wie LinkedIn, Instagram oder Twitter geben Einblicke in die Unternehmenskultur. Pressemitteilungen, Fachartikel oder Bewertungsportale wie Kununu können ebenfalls hilfreich sein. Und wenn man jemanden kennt, der dort arbeitet oder gearbeitet hat, sollte man unbedingt nachfragen.
00:11:40: Lia: Was sind die größten Fehler im Anschreiben?
00:11:43: Maik Marx: Standardfloskeln und Allgemeinplätze. Sätze wie, ich bin motiviert und engagiert oder ich arbeite gerne im Team, sagen nichts aus, das behauptet jeder. Auch zu viel Bescheidenheit ist ein Fehler. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir eine Chance geben würden, klingt unsicher. Besser, ich bin überzeugt, dass ich mit meiner Erfahrung einen wertvollen Beitrag zu Ihrem Team leisten kann.
00:12:10: Lia: Wie lang sollte ein Anschreiben sein?
00:12:13: Maik Marx: Maximal eine Seite. Personaler haben wenig Zeit. Und ein zu langes Anschreiben wird oft gar nicht vollständig gelesen. Lieber kurz und prägnant als lang und weitschweifend. Jeder Satz sollte einen Mehrwert bieten.
00:12:27: Lia: Was ist mit der Anrede? Sollte man immer eine konkrete Person ansprechen?
00:12:33: Maik Marx: Wenn möglich, ja. Sehr geehrte Frau Müller ist persönlicher als sehr geehrte Damen und Herren. Oft steht der Ansprechpartner in der Stellenausschreibung. Wenn nicht, kann man im Unternehmen anrufen und nachfragen. Das zeigt Initiative. Nur wenn man wirklich keinen Namen herausfindet, greift man auf die allgemeine Anrede zurück.
00:12:57: Lia: Wie wichtig ist die Sprache im Anschreiben?
00:13:00: Maik Marx: Sehr wichtig! Die Sprache sollte klar, präzise und fehlerfrei sein. Aktive Formulierungen sind besser als passive. Ich habe das Projekt geleitet. Statt das Projekt wurde von mir geleitet. Man sollte mit Verbenarbeiten die Handlung und Ergebnis zeigen. Entwickelt, optimiert, gesteigert, implementiert. Und ganz wichtig, keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler. Die wirken extrem unprofessionell.
00:13:29: Lia: Sollte man das Anschreiben gegenlesen lassen?
00:13:32: Maik Marx: Unbedingt. Man selbst übersieht Fehler oft, weil man den Text schon so oft gelesen hat. Eine andere Person, idealerweise jemand mit Erfahrung in Bewerbungen, kann nicht nur Fehler finden, sondern auch sagen, ob das Anschreiben überzeugend wirkt. Die Bundesagentur für Arbeit bietet übrigens kostenlose Beratung zu Bewerbungsunterlagen an, auch in den Berufsinformationszentren.
00:13:57: Lia: Was hältst du von KI-Tools, die beim Schreiben von Bewerbungen helfen?
00:14:02: Maik Marx: Sie können eine Hilfe sein, aber man sollte vorsichtig damit umgehen. KI-Tools können Vorschläge machen, Formulierungen verbessern oder auf Fehler hinweisen. Aber sie kennen einen nicht persönlich und können keine authentische Geschichte erzählen. Wenn man KI nutzt, sollte man den Text immer gründlich überarbeiten und sicherstellen, dass er wirklich zu einem passt. Außerdem, im Vorstellungsgespräch wird man auf das Anschreiben angesprochen. Wenn man es nicht selbst geschrieben hat, wird das schnell auffallen.
00:14:38: Lia: Wie geht man mit Anforderungen um, die man nicht zu 100% erfüllt?
00:14:42: Maik Marx: Eine Faustregel lautet, wenn man etwa 70% der Anforderungen erfüllt, sollte man sich bewerben. Niemand erfüllt alle Anforderungen perfekt. Im Anschreiben kann man dann betonen, was man mitbringt und zeigen, dass man bereit und fähig ist, sich fehlende Kenntnisse schnell anzueignen. Wichtig ist, selbstbewusst aufzutreten, aber nicht zu übertreiben.
00:15:08: Lia: Was ist mit Zeugnissen und Zertifikaten? Welche sollte man beifügen?
00:15:13: Maik Marx: Alle Relevanten. Das Arbeitszeugnis vom letzten Arbeitgeber ist Pflicht, weitere Arbeitszeugnisse je nach Relevanz. Ausbildungs- und Studienabschlüsse natürlich auch. Bei Weiterbildungen und Zertifikaten sollte man selektiv sein. Nur das beifügen, was für die Stelle wirklich relevant ist. Ein Zertifikat über einen Excel-Kurs ist für eine Bürotätigkeit wichtig, für eine Stelle als Handwerker eher nicht.
00:15:42: Lia: Wie präsentiert man Weiterbildungen am besten?
00:15:46: Maik Marx: Im Lebenslauf gibt es dafür einen eigenen Abschnitt, meist Weiterbildungen oder Zusatzqualifikationen genannt. Man sollte den Titel der Weiterbildung, die Institution und das Jahr angeben. Wenn die Weiterbildung besonders relevant ist, kann man auch im Anschreiben darauf eingehen und erklären, was man dabei gelernt hat und wie man es einsetzen kann.
00:16:11: Lia: Viele unserer Zuhörer sind gerade arbeitslos oder in Umschulung. Wie geht man damit in den Bewerbungsunterlagen um?
00:16:20: Maik Marx: Ehrlich und positiv. Arbeitslosigkeit ist keine Schande, besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Im Lebenslauf kann man schreiben, berufliche Neuorientierung oder aktive Jobsuche mit Fokus auf Bereich. Wenn man in dieser Zeit Weiterbildungen gemacht, Praktika absolviert oder sich ehrenamtlich engagiert hat, sollte man das unbedingt erwähnen. Das zeigt Initiative und Lernbereitschaft.
00:16:47: Lia: Was ist mit dem AVGS-Coaching? Sollte man das in den Bewerbungsunterlagen erwähnen?
00:16:53: Maik Marx: Wenn man durch das Coaching relevante Kompetenzen erworben hat, zum Beispiel Bewerbungstraining, Kommunikationstraining oder fachliche Weiterbildung, kann man das durchaus erwähnen. Man könnte schreiben, Teilnahme an einem professionellen Bewerbungscoaching mit Fokus auf Selbstpräsentation und Interviewtechniken. Das zeigt, dass man aktiv an sich arbeitet.
00:17:20: Lia: Wie wichtig ist das Design der Bewerbungsunterlagen?
00:17:23: Maik Marx: Es sollte professionell und konsistent sein. Lebenslauf und Anschreiben sollten optisch zusammenpassen. Gleiche Schriftarten, gleiche Farben, gleiches Layout. Es gibt viele kostenlose Vorlagen online, aber man sollte darauf achten, dass sie nicht zu überladen sind. Weniger ist oft mehr. Und ganz wichtig, die Unterlagen müssen gut lesbar sein, auch wenn sie ausgedruckt werden.
00:17:49: Lia: Sollte man ein Deckblatt verwenden?
00:17:51: Maik Marx: Das ist optional und hängt von der Branche ab. Ein Deckblatt kann eine schöne Übersicht bieten und die Bewerbung professioneller wirken lassen. Es enthält meist das Bewerbungsfoto, die Kontaktdaten und eine Übersicht der Anlagen. Aber es ist kein Muss. In manchen Branchen wirkt es sogar altmodisch.
00:18:10: Lia: Was ist mit Online-Bewerbungen über Portale? Gibt es da Besonderheiten?
00:18:16: Maik Marx: Ja, durchaus. Viele Portale haben eigene Formulare, in die man Daten einträgt. Trotzdem sollte man die Möglichkeit nutzen, Lebenslauf und Anschreiben hochzuladen, wenn das angeboten wird. Bei den Formularen sollte man sorgfältig sein und alle Felder vollständig ausfüllen. Oft kann man auch ein Profil anlegen, das dann für mehrere Bewerbungen genutzt wird. Das sollte man aktuell halten.
00:18:40: Lia: Wie schnell sollte man sich nach dem Erscheinen einer Stellenausschreibung bewerben?
00:18:45: Maik Marx: So schnell wie möglich, aber nicht überstürzt. Manche Unternehmen sichten Bewerbungen laufend und laden schon Kandidaten ein, bevor die Bewerbungsfrist abgelaufen ist. Andererseits bringt eine hastig zusammengeschusterte Bewerbung nichts. Besser, man nimmt sich ein bis zwei Tage Zeit für eine gute Bewerbung, als in zwei Stunden eine schlechte abzuschicken.
00:19:08: Lia: Sollte man nach dem Absenden der Bewerbung nachfassen?
00:19:12: Maik Marx: Das kommt darauf an. Wenn in der Stellenausschreibung steht, bitte keine Rückfragen, sollte man das respektieren. Ansonsten kann man nach etwa zwei Wochen höflich nachfragen, ob die Bewerbung eingegangen ist und wie der weitere Zeitplan aussieht. Das zeigt Interesse, sollte aber nicht aufdringlich wirken.
00:19:32: Lia: Gibt es einen Unterschied zwischen Bewerbungen im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft?
00:19:38: Maik Marx: Ja, durchaus. Im öffentlichen Dienst sind die Anforderungen oft formaler und es gibt klare Vorgaben, welche Unterlagen beizufügen sind. Auch die Sprache ist meist formeller. In der Privatwirtschaft, besonders in Start-ups oder kreativen Branchen, kann man etwas lockerer und persönlicher schreiben. Man sollte sich immer an der Unternehmenskultur orientieren.
00:20:03: Lia: Was ist dein wichtigster Tipp für unsere Zuhörer?
00:20:06: Maik Marx: Nehmt euch Zeit für eure Bewerbungsunterlagen. Sie sind eure Visitenkarte und oft die einzige Chance, einen ersten Eindruck zu hinterlassen. Eine maßgeschneiderte, sorgfältig erstellte Bewerbung ist viel wertvoller als 10 lieblose Standardbewerbungen. Qualität geht vor Quantität. Und scheut euch nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, sei es durch Freunde, Beratungsstellen oder ein professionelles Coaching.
00:20:36: Lia: Ein perfektes Schlusswort. Vielen Dank, Maik, für diese konkreten und wertvollen Tipps.
00:20:41: Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Der Aufwand lohnt sich.
00:20:44: Lia: Das glauben wir auch. Also, liebe Zuhörer, nehmt euch die Zeit, eure Unterlagen auf Hochglanz zu polieren. Es ist der erste Schritt zu eurem Erfolg. Wenn ihr dabei professionelle Unterstützung möchtet, wisst ihr, wo ihr uns findet. Alle Informationen zu unserem AVGS-Coaching gibt es auf unserer Webseite.
00:21:08: Maik Marx: Wir hören uns in der nächsten Folge. Bis dahin, bleibt genial! Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken. Plan Genialpux von E und die Sprecher übernehmen keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. Für verbindliche Ratschläge empfehlen wir, eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Beachtet bitte auch unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen und das Impressum. Informationen zum AVGS-Gutschein der Agentur für Arbeit findet ihr unter dem entsprechenden Link in den Shownotes. Alle Links und Shownotes findet ihr wie immer auch auf unserer Webseite.
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